Wer von der Gesetzlichen Rentenversicherung eine Rente wegen Alters ausgezahlt bekam, erhielt nach der Rentenerhöhung zum 1. Juli 2019 im Schnitt 951,96 Euro im Monat. Das zeigt die Statistik „Die Rentenbestände in der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland“, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aktuell veröffentlicht hat.

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Der Wert betrifft den sogenannten Rentenzahlbetrag: das heißt, der Beitragsanteil zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wurde bereits abgezogen, aber die Rente muss noch versteuert werden.

Frauen mit nur 764 Euro Rente im Bundesschnitt

Die aktuelle Statistik zeigt zugleich große Unterschiede zwischen den Altersrenten von Männern und Frauen sowie Ost und West. Im Bundesschnitt erhielten Männer eine Rente von 1.187,10 Euro, während Frauen 764,29 Euro monatlich ausgezahlt bekamen. Die Daten berücksichtigen keine Zahlungen der Knappschaftlichen Rentenversicherung - also der Altersvorsorge des Bergbaus. Auf die Statistik macht aktuell das Versicherungsjournal aufmerksam.

Bei näheren Blick ist aber zwischen einzelnen Rentenarten zu unterscheiden, damit die Zahlen aussagekräftiger werden. Die sogenannte Regelaltersrente fällt demnach noch niedriger aus. Sie erhält, wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und zudem die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen kann. Frauen und Männer in Westdeutschland erhielten circa 610 Euro Regelaltersrente, in Ostdeutschland betrug sie circa 1.066 Euro. Anspruchsberechtigt waren bei dieser Rentenart 7,48 Millionen Personen.

Altersrente für besonders langjährige Versicherte

Deutlich mehr erhalten immerhin jene, die einen Anspruch auf „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ erworben haben: Hierfür müssen die Ruheständler stark vereinfacht 45 Beitragsjahre zur Rentenkasse vorweisen und die Regelaltersgrenze erreicht haben. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte betrug in Westdeutschland 1.409 Euro, in Ostdeutschland 1.222 Euro.

Zu bedenken ist: Seit dem Jahr 2012 wird für ab 1947 Geborene die Regelaltersgrenze schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben: Wer regulär ohne Abschläge in Rente wollte, musste 2019 genau 65 Jahre und acht Monate alt sein. Mit einer Einschränkung: Seit dem 1. Juli 2014 kann die Altersrente bereits mit 63 Jahren ohne Abschläge in Anspruch genommen werden, doch auch diese „Rente mit 63“ wird schrittweise raufgesetzt.

Allerdings erfüllen nur wenig Menschen die Voraussetzungen für diese abschlagsfreie Altersrente: Sie bekamen nur circa 1,25 Millionen Seniorinnen und Senioren.

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Altersrente für langjährig Versicherte

Schon leichter zu erfüllen sind die Bedingungen, um die Altersrente für langjährig Versicherte zu erhalten. Hierfür sind 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse notwendig. Entsprechend niedriger sind aber auch die Rentenzahlungen: Sie betrugen zum 1. Juli 2019 im Schnitt 1.153 Euro in West und 1.118 Euro in Ost. Hier waren 1,91 Millionen Menschen anspruchsberechtigt.