Grundfähigkeitsversicherungen haben sich in den vergangenen Jahren einen Platz als Nischenangebot in der Arbeitskraftabsicherung gesichert. Das war Grund genug für das Analysehaus Morgen & Morgen zum ersten mal die Bedingungswerke der Grundfähigkeits-Tarife unter die Lupe zu nehmen. Bereits im November 2019 hatte der Wettbewerber Franke & Bornberg das Angebot in diesem Bereich geprüft und festgestellt, dass die Grundfähigkeitsversicherung an zu komplexen Leistungskriterien und fehlenden Marktstandards leidet.

Anzeige

Die Tester von Morgen & Morgen haben bei ihrer Auswertung insgesamt 53 Tarife von 22 verschiedenen Anbietern durchleuchtet. Dabei seien die Bedingungen anhand von insgesamt 69 Leistungsfragen bewertet worden. So mussten Tarife für eine Spitzenbewertung beispielsweise folgende Merkmale erfüllen:

  • Der Versicherungsschutz muss weiterhin bestehen, wenn die versicherte Person während der Versicherungsdauer ins Ausland verzieht.
  • Beitragsstundung vom Zeitpunkt der Leistungsmeldung bis zur endgültigenEntscheidung über dieLeistungspflicht

„Bei den Versicherungen der Grundfähigkeiten ist eine unheimliche Dynamik zu beobachten. Die Top-Versicherer sind die, die in den letzten Monaten ihre Bedingungen aktualisiert haben. Älteren Bedingungen sieht man an, dass sie noch keinem großen Wettbewerb ausgesetzt waren“, sagt Andreas Ludwig, Bereichsleiter Analyse & Ratings bei Morgen & Morgen. Kritisch seien die immer größer werdende Anzahl an Leistungsauslösern zu sehen. Die Grundfähigkeitenversicherung soll eine bezahlbare Alternative der Einkommensabsicherung sein. Einer flächendeckenden Absicherung der Arbeitskraft würde es entgegenwirken, wenn das Versicherungsprodukt durch weitere Zusatzoptionen und Erweiterungen nicht mehr für die primäre Zielgruppe der körperlich Tätigen finanzierbar ist.