Für viele Versicherungsmakler ist die Weiterbildungspflicht eine dunkle Wolke, die zwölf Monate mit Gewitter drohend über ihnen hängt. Die Wenigsten haben den §7 VersVermV allerdings gelesen. Ich empfehle: Tun Sie es! Keine Angst, er ist gar nicht lang. Schnell geraten Sie vielmehr ins Staunen. Der Paragraph enthält gerade einmal drei Punkte auf 13 Zeilen verteilt.

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Das ist vielleicht schon die erste Überraschung. Ich bin mir sicher, dass rund um das Inkrafttreten der Vermittlerrichtlinie IDD im Februar 2018 wahrscheinlich 10.000 mal mehr Worte über Weiterbildungspflicht geschrieben wurden, als der entsprechende Paragraf selbst enthält. Die Wolke über uns verspricht also gar nicht immer zwingend Regenwetter.

Karsten Allesch ist geschäftsführender Gesellschafter des Deutschen Maklerverbunds (DEMV).DEMV

Warum Weiterbildung für Versicherungsmakler sinnvoll ist

Ziel der regelmäßigen Weiterbildung von mindestens 15 Zeitstunden pro Jahr, ist die Verbesserung der Qualität in der Beratung. Deshalb wurde es vor etwas mehr als zwei Jahren zur Pflicht. Und hier bereits der zweite interessante Fakt: Die 15 Stunden sind nur die Minimalanforderung für die jährliche Weiterbildung.

In Anbetracht der Tatsache, dass Makler und Vermittler inzwischen in einem Wissens- und nicht mehr in einem Verhaltensberuf arbeiten, ist stetige Weiterbildung auch grundsätzlich sinnvoll. Der Beruf des Maklers erfährt zunehmend eine Wandlung und eine Annäherung an Kammerberufe, beispielsweise Anwälte oder Steuerberater. Die Produkte, die etwa in der privaten Krankenversicherung oder in der Altersvorsorge vermittelt werden, sind heutzutage sehr komplex. Das Durchdringen der Materie ist nicht nur für Kunden häufig eine Herausforderung; auch für den Makler selbst ist es nicht immer einfach, weshalb sich auch unter Maklern der Trend zu einer stetigen Spezialisierung fortsetzt.

Welche Themen bringen mich voran

Im Alltag zwischen Beratung, Dokumentation und Abrechnung, geht der Blick über den Tellerrand schon mal schnell verloren. Hier ein Telefonat, dann zwei eng getaktete Termine und die lästige Verwaltung zum Tagesabschluss, lassen einem wenig Spielraum, um allein auf dem Laufenden zu bleiben. Dabei gibt es mehr als genügend Themen, über die es sich mehr zu wissen lohnt: Rechtliche Veränderungen, die Digitalisierung des Unternehmens, neue Produkte von Versicherern oder Mitarbeiterführung.

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Sinnvollerweise gruppieren Sie die Themen die Sie interessieren und wo Sie Wissenslücken haben. Anschließend suchen Sie zielgerichtet die passenden Schulungen. So ist gewährleistet, dass Ihre Zeit zum Investment und nicht zur Zeitverschwendung wird. Gleiches gilt für Ihre Mitarbeiter: Besprechen Sie, welche Bereiche sie auf- oder ausbauen wollen und welche Mitarbeiter dafür in Frage kommen. Erst anschließend begeben Sie sich auf die Suche nach den passenden Weiterbildungen.