Was machst du morgens als Erstes, wenn du ins Büro kommst?

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Als erstes werfe ich einen Blick in mein Postfach und den Kalender und lege fest, welche Themen ich im Laufe des Tages bearbeiten und abschließen möchte. Anschließend erkundige ich mich bei meinen Kollegen, welche Termine bei ihnen anstehen.

Wie es der Name CyberDirekt schon verrät: Euer InsurTech hat zum Ziel, Unternehmen auf digitalem Weg zu Versicherungsschutz gegen Cyber-Risiken zu verhelfen. Was hat dich dazu bewegt, CyberDirekt ins Leben zu rufen? Wie zufrieden bist du mit der bisherigen Entwicklung?

CyberDirekt wurde im Mai 2017 in Berlin gegründet. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich bereits auf fünf Jahre Erfahrung in einem FinTech zurückblicken, welches KMU-Kunden als Zielgruppe bediente. Was mich dabei begeistert hatte, waren die Möglichkeiten, mit der digitale Prozesse unsere Geschäftswelt verändern können. An dieser Stelle hat die Gewerbeversicherung immer noch Nachholbedarf. Ebenso war ich beeindruckt vom Potenzial des aufkommenden Cyber-Versicherungsmarkts und sah die Chance, hier von Anfang an den Markt mitzugestalten.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Geschäftsverlauf der ersten beiden Jahre. Aktuell zählen wir zwölf Gesellschaften als Produktpartner auf unserer digitalen Vertriebsplattform und arbeiten mit über 900 Versicherungsmaklern sowie 30 Anbietern aus dem IT-/Security-Bereich zusammen.

Mit eurer Cyber-Versicherung fokussiert ihr vorrangig kleine und mittelständische Unternehmen. Lässt sich eine Tendenz erkennen, welche Branchen am stärksten Cyber-Versicherungsschutz nachfragen? Und kannst du dir vorstellen, dass Cyber-Versicherungen auch im privaten Bereich an Bedeutung gewinnen könnten?

Unser Branchenmix ist sehr diversifiziert. Eine grundsätzliche Beobachtung ist, dass Unternehmen aus der IT-Branche schon sehr früh Versicherungsschutz für Cyber-Risiken nachfragten. Darüber hinaus sind es Kunden aus dem Dienstleistungssektor, welche eine hohe Anzahl personenbezogener Daten verarbeiten. Dazu zählen Ärzte, Steuerberater, Versicherungsmakler oder auch junge Unternehmen aus dem Finanz- oder Health-Tech Bereich.

Die Bedeutung der Cyber-Versicherung für das Privatkundensegment wird auch in Zukunft weiter zunehmen und wir beobachten auch diese Marktentwicklung sehr genau.

Versicherungsvermittler zählen zu euren wesentlichen Zielgruppen. Wie hat sich deren Nachfrage entwickelt und worin liegen aus deiner Sicht die Gründe dafür?

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Das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Cyber-Versicherung wächst kontinuierlich. Inzwischen liest man täglich von Cyber-Attacken auf Unternehmen. Auch die Verhängung von DSGVO-Bußgeldern trägt zur Steigerung des Bewusstseins bei. Zahlreiche Versicherungsvermittler gehen mit gutem Beispiel voran und schützen ihre sensiblen Kundendaten schon heute vor den Folgen eines Hackerangriffs. Nahezu jeder Vermittler, der mit unserer Begleitung in das Cyber-Geschäft einsteigt, schließt für seinen Betrieb eine Cyber-Versicherung ab.

Im Zusammenspiel zwischen Prävention und Cyber-Schutz sehe ich noch sehr viel Nachholpotenzial

Neben dem Cyber-Versicherungsschutz bietet ihr ebenso Mitarbeiterschulungen zur Prävention von Cyber-Vorfällen an. Wie gut sind die Mitarbeiter in den Unternehmen bereits für das Thema Cyber-Kriminalität sensibilisiert? Gibt es Unterschiede zwischen dem „Chef“ und seinen „Mitarbeitern“?

Bei der Sensibilisierung und Schulung von Mitarbeitern sehe ich grundsätzlich noch einen hohen Nachholbedarf in unserer Gesellschaft. Eine Cyber-Attacke ist meistens nur erfolgreich, weil ein Mitarbeiter im entscheidenden Moment einen Fehler gemacht hat. Auch Führungskräfte sind davor nicht geschützt. Aus diesem Grund ergänzen wir den Versicherungsschutz um ein kostenfreies Cyber-Training, welches jedem CyberDirekt -Kunden unbegrenzt zur Verfügung steht.

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Im Zuge der Corona-Krise hat die Anzahl an Mitarbeitern, die im Homeoffice arbeiten, branchenübergreifend zugenommen, was häufig unweigerlich auch das Risiko von Cyber-Attacken erhöht. Ist die Nachfrage nach entsprechendem Versicherungsschutz bzw. Präventionsmaßnahmen seit Beginn der Krise gestiegen?

Ja, die Nachfrage nach Cyber-Versicherungen hat zugenommen. Aufgrund der schnellen Verlagerung der Arbeitsplätze ins Homeoffice erhalten wir täglich mehrfach Anrufe von Versicherten, die wissen wollen, ob sie bzw. ihre Mitarbeiter im heimischen WLAN oder mit der Nutzung des privaten PC versichert sind. Ich gehe fest davon aus, dass infolge der Corona-Krise in unserer Gesellschaft eine völlig neue Bewertung von Risiken stattfinden wird, die sich positiv auf unser Kerngeschäft auswirkt. Dieses Umdenken spüren wir jetzt schon in den Kundengesprächen, die meine Kollegen in den vergangenen Tagen geführt haben.

Zu euren Kooperationspartnern zählen u. a. klassische Versicherer wie Allianz, HDI oder VHV; mit mailo gehört auch ein Digitalversicherer zu euren Produktgebern. Plant ihr, den Kreis an Kooperationspartnern zu erweitern? Wie schätzt ihr den Markt an Cyber-Versicherungen derzeit insgesamt ein? Ist die Assekuranz in diesem Bereich bereits gut aufgestellt?

Ja, wir arbeiten derzeit aktiv an der Aufnahme und technischen Anbindung weiterer Produktgeber für unseren Marktvergleich, um so für Gewerbekunden bedarfsgerechte Cyber-Lösungen anbieten zu können. Von Versichererseite gibt es hier bereits umfassende Produkte, welche nahezu jedes Jahr erweitert und aktualisiert werden. Im Zusammenspiel zwischen Prävention und Cyber-Schutz sehe ich noch sehr viel Nachholpotenzial. Warum sollte ein Kunde, der erheblich in IT-Security investiert, nicht bevorzugte Konditionen beim Versicherungsschutz erhalten? Darüber hinaus erwarte ich, dass zunehmend auch Anbieter in den Markt eintreten werden, mit denen die Versicherungsbranche heute noch nicht rechnet.

Und zum Schluss: Wo steht CyberDirekt in 5 Jahren?

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Wir wollen unsere Technologieplattform signifikant erweitern, um Versicherungsschutz, Prävention und digitale Prozesse für Vermittler für diesen spezifischen Bedarf abzubilden. Ich sehe CyberDirekt heute schon als einen der Marktführer und innovativsten Dienstleister in unserem Segment und diese Position werden wir in Zukunft weiter ausbauen.

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