Als Durchführungsweg in der betrieblichen Altersvorsorge ist die pauschaldotierte Unternehmenskasse seit mehr als 100 Jahren bekannt und wird vor allem von größeren und großen Unternehmen eingesetzt. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen können von dieser Form der arbeitgeberfinanzierten bAV profitieren. Kurz gesagt ähnelt die pauschaldotierte Unternehmenskasse (UK) in der Durchführung der Direkt- beziehungsweise Pensionszusage, beschreitet aber rechtlich und steuerlich einen anderen Weg.

Frank Strehlau ist Vorstandsvorsitzender der bacon pension trust AG. Die Unternehmensberatung aus Berlin begleitet Unternehmen bei der Errichtung und beim laufenden Management pauschaldotierter Unternehmenskassen im Mittelstand mittels des rechtlich geschützten Systems des „corporate cash fund®“.Das Unternehmen übernimmt mittels seiner UK die Verpflichtung, aus eigenen Mitteln dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unter bestimmten Voraussetzungen einmalige oder laufende Versorgungsleistungen zu zahlen. Im Gegensatz zur Direkt- beziehungsweise Pensionszusage verbleiben diese Verpflichtungen aber nicht im Unternehmen, sondern gehen grundsätzlich auf die pauschaldotierte Unternehmenskasse über. Die Unternehmenskasse ist eine selbständige juristische Person des privaten Rechts (meist als e.V. oder GmbH gestaltet) und dient als juristisches Vehikel den Interessen des Trägerunternehmens, das ihn letztendlich führt.

Vermögensverwaltung ohne rechtliche Einschränkungen

Dabei ermöglicht die UK als eigene „Bank“ des Unternehmens die freie Finanzierung von Investitionen und des sonstigen Kreditbedarfs, wobei das Unternehmen seine Finanzierungskosten nach bilanziellen Vorgaben selbst bestimmt. Oder die Unternehmenskasse nutzt die eingezahlten Gelder (Dotierungen) zur Vermögensverwaltung, die keinerlei Beschränkungen seitens der BaFin oder des VAG unterliegen, um für den Zeitpunkt der Auszahlung genügend Kapital zur Verfügung zu haben. Daneben lässt sich die Altersversorgung des Unternehmers und seines Ehegatten wie auch der mitarbeitenden Familienangehörigen in hohem Ausmaß gestalten. Formal genügt es, wenn die Dotierungen und Darlehen buchungsmäßig dargestellt werden. Es bedarf also keiner Hin und Her-Überweisung. Anstelle oder teilweise kann die UK nach Weisung des Unternehmens auch in- beziehungsweise externe Anlagen vornehmen, so zum Beispiel durch den Erwerb von Betriebsimmobilien oder auch bis zum gewissen Grad als Gesellschafter oder als Aktionär an einer Kapitalgesellschaft.

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Üblicherweise garantiert die UK die Kapital- oder Rentenleistungen im Rahmen der beitragsorientierten Leistungszusage beispielsweise mit drei Prozent jährlich. Die als Darlehen zurückgewährten Dotierungen können problemlos mit einem höheren Zinssatz (üblich sind fünf bis neun Prozent) verzinst werden. Diese Zinsen stellt – auf Wunsch – die UK wiederum ihrem Trägerunternehmen als Darlehen zur Verfügung. Zugleich sind die Begünstigten über den Pensionssicherungsverein abgesichert. Der Pensions-Sicherungs-Verein sichert sowohl die gesetzlich unverfallbaren Ansprüche als auch die laufenden Renten. Dafür zahlt das Unternehmen einen Beitrag an den Verein.