Ich weiß, was Sie denken: Da treibt mal wieder einer die Augmented Reality Sau durchs Dorf. Und ich kann es Ihnen auch nicht verübeln. Denn seit den 1980ern wird aller x Jahre erklärt, dass AR & VR (Augmented Reality & Virtual Reality) das nächste große Ding sind. Waren sie aber nicht. Und das ist auch nicht verwunderlich. Denn weder Technik, noch die Gesellschaft waren so weit. Abgesehen von ein paar Nerds konnte niemand etwas damit anfangen. Selbst als 2016 Pokémon Go die Welt eroberte und Augmented Reality erstmals im Fokus der Aufmersamkeit stand, war die Zeit noch nicht reif. Doch das ändert sich aktuell rasant.

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MarKo Petersohn

MarKo Petersohn ist seit 2012 das As im Ärmel der Versicherungsbranche im #Neuland. Mit seinem Fokus auf Medien und die Mediengesellschaft berät er Versicherer bei ihrer zukunftsfähigen Ausrichtung. Er schult die Vermittler in Seminaren und Workshops zu den Herausforderungen durch Social Media und Digitalisierung. Auch im Auftrag des Bildungsministeriums NRW und des BWV Bildungsverbandes, wo er Mitglied im Prüfungsausschuss zur „Digitalen Kommunikation in der Versicherungsbranche“ ist. Außerdem ist MarKo Petersohn Mitbegründer der Onlinemarketinggesellschaft für Versicherungsvermittler und verleiht auf der DKM den OMGV Award für herausragendes Onlinemarketing. Neben diesen Tätigkeiten besitzt er seit 2015 einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Medienwissenschaften und Kommunikation“. Auf Twitter finden Sie ihn unter @markopetersohn.

Sie fragen sich, wie ich darauf komme. Ganz einfach, wussten Sie, dass man bei Google nach 3D-Bildern von Tieren suchen und sich diese ganz einfach mit via AR ins Wohnzimmer oder Büro holen kann? Sie müssen hierfür nur nach bspw. Tiger, Schlange, Hai oder Bär googeln, auf „in 3D ansehen“ klicken und dann via AR das Tier platzieren wo Sie möchten.

Vielleicht werden Sie unbeeindruckt anmerken, dass wilde AR-Kreaturen an realen Orten seit Pokémon nichts Besonderes mehr sind. Oder vielleicht sieht es für Sie auch nur aus wie eine Spielerei. Und mit beidem hätten Sie recht. Nur, das Besondere sind in dem Fall nicht die teilweise sehr realistisch wirkenden AR-Kreaturen. Das Besondere ist die Einfachheit, mit der man sie verwenden kann. Man braucht dafür keine spezielle App mehr. Man muss nichts mehr installieren und sich irgendwo anmelden. Man braucht jetzt nur noch ein neueres Smartphone und Google.

Google Maps können jetzt AR

Google hat auch im Sommer vergangenes Jahr „Live View" für alle freigeschalten. Was bedeutet, man kann sich mit Google Maps noch besser von A nach B navigieren lassen. Google blendet bei der Navigation Zusatzinformationen und riesige Richtungspfeile in die reale Welt ein, mit deren Hilfe sich die Nutzer noch besser orientieren können. Eine Technologie, welche aktuell auch in Autos Einzug hält. Wobei hier die Windschutzscheibe zur AR-Projektionsfläche wird.

Bessere Orientierung dank Augmented Reality: Bei Google View weißen große Pfeile den Weg.Screenshot Google View

Im August 2018 präsentierte Apple seine Augumented Reality-Windschutzscheibepatentlyapple.com

Augmented Reality hat seinen Tipping Point erreicht. Ab jetzt ist AR Mainstream

Augmented Reality hat nun seinen Tipping Point / Kipppunkt erreicht. Was jener Punkt ist, an dem eine relativ geradlinige Entwicklung durch das Ineinandergreifen verschiedener Faktoren abrupt abbricht, die Richtung wechselt oder stark beschleunigt. Und letzteres ist bei der gesellschaftlichen Akzeptanz und Nutzung von Augmented Reality der Fall:

Die erweiterte Realität, also die Kombination von realer Welt und virtuellen Elementen ist nun ganz offiziell nicht mehr nur etwas für Nerds und Freaks, sondern für jeden. Man benötigt weder besonderes Wissen, noch eine spezielle App für AR. Man benötigt nur noch das Smartphone und Google. Was dazu führen wird, dass immer mehr AR-Inhalte und -Anwendungen produziert werden, welche wiederum ganz einfach zu nutzen sind, was Augmented Reality im Alltag endgültig etablieren wird.

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Und das ist auch der Punkt, wo es für die Versicherungsbranche relevanter wird. Denn natürlich gibt es schon eine Weile immer wieder AR-Anwendungen von Versicherungen. Aber bisher war es wie bei jedem neuen Medium. Am Anfang ist das Medium selbst das Interessante und bringt Leute entweder zum Staunen oder Schmunzeln. Der Inhalt ist in dem Stadium irrelevant und das Medium wird gern als Spielerei abgetan. Erst wenn es seine Besonderheit verliert und zum Alltag wird, fokussieren sich Menschen auf die tatsächlich kommunizierten Inhalte und es wird ein nützliches Kommunikationswerkzeug.