Wer Ärger mit seiner Privaten Krankenversicherung hat, etwa weil sie mutmaßlich einen Schaden nicht bezahlen will oder die Bearbeitung hinauszögert, kann sich an den Ombudsmanns der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung wenden. Die Schlichtungsstelle mit Sitz in Berlin verspricht, schnell und unbürokratisch die Ansprüche des Kunden zu prüfen und zwischen beiden Streitparteien zu schlichten. Für Verbraucher ist das Verfahren kostenfrei.

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Nun hat der PKV-Ombudsmanns den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. Unter anderem wird aus dem Bericht ersichtlich, aus welchen Gründen die meisten Beschwerden eingingen. Ingesamt zeigt sich eine freundliche Entwicklung für die Branche. Denn im vergangenen Jahr wurden 5.953 Beschwerden eingereicht. Im Vergleich zu 2018 ist das ein Minus von 18,9 Prozent oder 1.395 Beschwerden. Im Jahr hatte es Ende des Jahres ungewöhnlich viele Anträge wegen Beitragsanpassungen in der Krankheitskostenvollversicherung gegeben.

Von den eingereichten 5.953 Beschwerden wurden 951 abgelehnt. In den meisten Fällen fiel die Streitigkeit nicht in die Zuständigkeit des Ombudsmanns (725) oder der streitige Anspruch ist nicht zuvor gegenüber dem Antragsgegner geltend gemacht worden (128). Bezogen auf die Zahl von insgesamt über 40 Millionen Verträgen in der Krankenvoll-, Zusatz- und Pflegeversicherung ist die Zahl der Beschwerden recht gering.

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Auch die durchschnittliche Verfahrensdauer der zulässigen Beschwerden sei noch einmal gesenkt worden. Diese lag nun durchschnittlich bei 23 Wochen. Von den 5.002 zulässigen Anträgen sind aktuell noch über die Hälfte in Bearbeitung (58,54 Prozent). Lediglich bei 352 Beschwerden (7,04 Prozent) hatte es eine Einigung gegeben. Weitere 343 Verfahren (6,86 Prozent) wurden auf Wunsch des Antragsstellers eingestellt. Bei einem Viertel der Beschwerden (25,57 Prozent) sei eine Schlichtung nicht möglich.