Der Ausgangspunkt des aktuellen Ratings: BU-Versicherer müssen langfristig stabil sein. Demnach ist ein bloßes Produkt-Rating zu kurz gedacht, da sich Bedingungen für Kunden langfristig verschlechtern können. Nur ein nachhaltig angelegtes und stabiles Geschäft des Versicherers garantiert folglich auch den stabilen und so dringend benötigten BU-Schutz für den Versicherungsnehmer. Der Versicherungsbote stellt vor, welche Versicherer nach Maßgabe der Tester ein besonders stabiles BU-Geschäft zeigen.

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MAP-Report 913: Neue Perspektive auf die BU-Versicherung

Seit 30 Jahren schon liefert der MAP-Report Daten zu Sparten und Anbietern. Lange Zeit geschah dies unter Verantwortung des Journalisten und Volkswirtschaftlers Manfred Poweleit (daher das Kürzel „MAP“). Nachdem Poweleit im Jahre 2014 jedoch überraschend verstarb, ging der Report zunächst an den VersicherungsJournal Verlag, in einem zweiten Schritt dann an Franke und Bornberg.

Verantwortet durch Reinhard Klages, litt der verdienstvolle Rating-Pionier zuletzt unter konstant niedriger Kooperationsbereitschaft der Versicherer, die sich unbequemen Analysen lieber durch Intransparenz entzogen (der Versicherungsbote berichtete). Da bietet es sich an, aus verfügbaren Daten ein neues Analyse-Instrumentarium zu generieren und sich hierzu auf ebenfalls lange Erfahrungen von Franke und Bornberg zu berufen.

Die aktuellen Herausgeber leisten nämlich selbst bereits seit 1995 Produktratings zur BU-Versicherung. Der neue MAP-Report soll nun aber einiges anders machen, um die Sicht auf die Berufsunfähigkeitsversicherung, diesen laut MAP-Autor Reinhard Klages „heiligen Gral der Versicherungsbranche“, zu erweitern.

Nur eine stabile Geschäftsentwicklung gewährleistet auch stabilen BU-Schutz

Im Mittelpunkt des neuen Ratings stehen nicht einzelne Produkte. Deswegen handelt es sich auch nicht um einen klassischen Preis-Leistungsvergleich der angebotenen Tarife. Vielmehr sollen die BU-Anbieter selbst auf ihre Stabilität geprüft werden. Man kennt diese Verfahren für Anbieter in der Lebens- oder Krankenversicherung. Die Idee dahinter: Nur eine stabile Geschäftsentwicklung der Versicherer gewährleistet auch einen zuverlässigen Versicherungsschutz, und zwar zu gleichbleibenden Bedingungen.

Die Stabilität im BU-Geschäft aber sehen Franke und Bornberg durch Risiken eines ruinösen Preis-Wettbewerbs am hart umkämpften Markt gefährdet. So zeigte in 2015 bereits eine „Studie zu Überschüssen in der Berufsunfähigkeitsversicherung“, dass Versicherer aufgrund knapper Kalkulationen ihre (Risiko-)Überschüsse in einigen Abrechnungsverbänden senken mussten. Eine solche Anpassung von Überschüssen allerdings könnte Symptom sein für kränkelnde Anbieter – mit möglichen Auswirkungen für die Kunden.

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Denn wirtschaftet ein BU-Anbieter nicht auskömmlich genug, können sinkende Überschüsse in steigende Beiträge münden. Auch könnten für Leistungsprüfungen strengere Maßstäbe angelegt werden müssen, was sich ebenfalls nachteilig für Kunden auswirken kann: wenn zum Beispiel der Versicherer dem Kunden zusätzliche Hürden in den Weg legt, um eine BU-Rente nicht zahlen zu müssen. Nur eine auskömmliche Kalkulation der Anbieter und eine starke Finanzausstattung sichern demnach, zusätzlich zu den Bedingungen der Produkte, einen zuverlässigen BU-Schutz. Dieser Tatsache will nun der MAP-Report 913 gerecht werden.