Im Dezember 2018 hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der Pensionskasse der Caritas untersagt, neue Betriebsrenten-Verträge abzuschließen. Grund dafür war die dünne Kapitaldecke des katholischen Altersvorsorge-Anbieters - und ein unzureichender Sanierungsplan. Nach Einschätzung der Finanzaufsicht verfügte das Versorgungswerk nicht über genug Eigenkapital, um langfristig die Renten der Versicherten zu garantieren. Die Caritas wies 2017 ein Minus von 142,5 Millionen Euro aus, wovon 122,8 Millionen Euro nicht mit Eigenkapital unterfüttert waren. Zum Vergleich: Ganze neun Millionen Euro nahm die Kasse von den Mitgliedern an Beiträgen ein.

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Im Mai folgten weiteres schlechte Nachrichten von der Pensionskasse der Caritas. Denn die rund 25.000 Versicherten müssen mit drastischen Leistungseinschnitten rechnen. In Summe sei ein Deckungsrückstellungsvolumen von insgesamt 122,8 Millionen Euro vorgesehen. Im Schnitt müssten die rund Rentner und Anwärter fast 20 Prozent weniger Rente akzeptieren. Die Einschnitte seien nötig geworden, weil die Kasse in finanzielle Not geraten war. Nicht allein aufgrund des Niedrigzinses, sondern auch aufgrund diverser eigener Fehler.

Nun gibt es endlich eine positive Nachricht seitens der Caritas. Denn der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche hat eine Lösung für Neuverträge in der bAV gefunden. Künftig sollen alle neuen arbeitgeberfinanzierten Betriebsrenten-Verträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas-Rechtsträger, die nicht Beteiligte einer kirchlichen oder öffentlich-rechtlichen Zusatzversorgungskasse sind, über die R+V Lebensversicherung erfolgen. Dies solle rückwirkend zum 1. Januar 2019 gelten. Der Wiesbadener Versicherer hatte sich in einem Ausschreibungsverfahren durchgesetzt. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Mit dem Zuschlag beim Caritasverband erhält die R+V auch Zugang zu den rund 660.000 hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese sollen zum Thema Entgeltumwandlung künftig von R+V-Beratern, Genossenschaftsbanken und weiteren R+V-Vertriebspartnern abgeholt werden. Für den genossenschaftlichen Versicherer passt der zusätzliche Partner gut ins Bild. Denn die R+V hat bereits langjährige Erfahrungen mit Branchenversorgungswerken gesammelt. Dazu gehören beispielsweise das ChemieVersorgungswerk, die MetallRente, die KlinikRente und die ApothekenRente. Im Januar war der Versicherer zudem beim Versorgungswerk der Presse eingestiegen und tritt seither als Konsortialpartner auf.

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„Betriebliche Altersversorgung wird als finanzieller Baustein für den Ruhestand immer wichtiger. Der Deutsche Caritasverband ist für uns ein neuer Partner in einer gesellschaftlich wichtigen Branche. Uns verbinden Werte wie Solidität und das Füreinander-Einstehen. Das symbolisiert nicht zuletzt unser geistiger Gründungsvater Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit seiner christlich motivierten Idee der Hilfe zur Selbsthilfe – der Genossenschaftsidee.“, sagte Claudia Andersch, Vorstandsvorsitzende der R+V Lebensversicherung AG.