Die Bayern Versicherung schneidet vor allem beim Rohüberschuss und der Ertragskraft schlecht ab: Mit einem Durchschnittszins von 2,39 Prozent auf die Kapitalanlagen hatte sie mit das schlechteste Ergebnis im Teilnehmerfeld. Dem entgegen sind es bei der Debeka Leben laut „Handelsblatt“ die hohen Altlasten, welche die Debeka auf den letzten Platz katapultieren:

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Die Debeka Leben rutsche aufgrund des hohen Kapitalpuffers für die Zinszusatzreserve auf den letzten Platz. Mit anderen Worten: Der Versicherer hat besonders viele hochverzinste Altverträge im Bestand, was die Zukunftsaussichten trübt. Einst hatte die Debeka für alle Verträge den jährlichen Garantiezins auf 4,0 Prozent angehoben.

Grundsätzlich kritisch sehe der Wissenschaftler, dass die Versicherer ihre Kundinnen und Kunden vergleichsweise gering am Ertrag beteiligen, heißt es in dem Bericht. Auch fordert Weinmann, dass die Kosten der Verträge transparenter ausgewiesen werden. So müssten Angaben über Provisionen an verschiedenen Stellen in den Berichten der Versicherer nachgeprüft werden: für Laien kaum interpretierbar.

Hintergrund

Für die Punktevergabe legte Hermann Weinmann Vergangenheits- und Zukunftskriterien fest, die er unterschiedlich gewichtete. Maximal waren 1.000 Punkte zu erreichen. Für die Punkte aus „Vergangenheit“ berücksichtigte er die:

  • Rohüberschuss-Marge (Profitabilität eines Lebensversicherers im Geschäftsjahr insgesamt. Neben dem Nettozins fließt noch das Risikoergebnis und das übrige Ergebnis ein),
  • die Ertragskraft der Kapitalerträge anhand der laufenden Durchschnittsverzinsung (Errechnet sich aus Bruttoerträgen abzüglich der Kosten für die Verwaltung der Kapitalanlagen und der planmäßigen Abschreibung im Verhältnis zu dem mittleren Bestand der Kapitalanlagen),
  • übriges Ergebnis/ Betriebskosten (ein negatives übriges Ergebnis ist stark vereinfacht ein Hinweis, dass ein Versicherer schlecht wirtschaftet und hohe Kosten hat),

Die Punktzahl aus „Zukunft“ errechnet sich aus der:

  • Risikoergebnis-Reserve sowie der
  • Bewertungsreserven-Quote (Differenz aus dem Marktwert und Buchwert der Kapitalanlagen: Der Wert, zu dem eine Kapitalanlage aktuell gehandelt wird, wird ins Verhältnis gesetzt zum früher gezahlten Preis der Anlage inklusive Abschreibungen und Wertminderungen).

In einem dritten Schritt wurde die Berücksichtigung des Verbraucherinteresses bewertet und negative Ergebnisse mit einem Punktabzug von bis zu 100 Punkten bestraft: Eingerechnet wurden hier die Partizipation und Solvabilität des Versicherers.