Der Versicherer Zurich möchte sich den Veränderungen in der Berufswelt anpassen. Schließlich sind Erwerbshistorien heute eher bunt. „Digitalisierung und Automatisierung führen zu neuen Berufsbildern. Das traditionelle Karrieremodell hat ausgedient, selbstständige Tätigkeit und projektbezogene Auftragsarbeit nehmen zu.“, sagte Wasserfall.

Anzeige

Zudem würden sich bei vielen Arbeitnehmern im Laufe der Zeit die Aufgabengebiete innerhalb des Jobs ändern. „Ein gelernter Industriemechaniker kann beispielsweise in Abhängigkeit vom Grad und der Anzahl von Weiterbildungsmaßnahmen im Laufe seines Lebens unterschiedliche Tätigkeiten ausüben.", erklärt der Leben-Vorstand. Diese Umstände müssten sich folglich auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung der Zukunft abbilden.

Deshalb hat sich der Versicherer an einen grundlegenden Umbau des BU-Schutzes gewagt. Konkret solle die Risikobetrachtung nicht über die Berufsgruppen laufen, sondern mehr an der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit im Berufsalltag. Dazu soll im neuen Produkt "Berufsunfähigkeits-Schutzbrief" ein neuartiges Einstufungsverfahren eingeführt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Die Einstufung solle über ein so genanntes Scoring-Modell erfolgen und soll Beruf, Risiko und Personalverantwortung im Rahmen der beruflichen Tätigkeit betrachten. Dazu sollen nach einer Grundeinstufung die Kriterien Tätigkeitsstatus, Anteil der Bürotätigkeit, Berufs-/Bildungsabschluss, Personalverantwortung, Rauchgewohnheiten sowie bei Ärzten eine eventuelle chirurgische Tätigkeit abgefragt werden. Jedes dieser Risikomerkmale sei in sich weiter unterteilt. So werde beispielsweise im Bereich Personalverantwortung weiter nach der Zahl der geführten Mitarbeiter unterschieden. Mit dem neuen Verfahren solle die Tarifierung individueller und risikogerechter werden, verspricht sich das Unternehmen.

Deshalb möchte sich die Zurich vom klassischen Berufsgruppenmodell verabschieden. Der neue Schutzbrief solle zum 1. August an den Start gehen und solle unter anderem den unterschiedlichen Anteil an körperlicher Tätigkeit in einem Berufsbild berücksichtigen.