Ein langjähriger Schadenregulierer der Allianz wurde vor dem Landgericht Leipzig in 42 Fällen des Versicherungsbetruges überführt: trotzdem kommt er mit einer milden Strafe davon. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Alexander N. in 42 Fällen die Allianz mit gefälschten Schadensmeldungen täuschte. Der Schaden: etwa eine Million Euro. Doch ins Gefängnis muss der Mann nun nicht. Er und ein Mitangeklagter wurden zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt.

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Betrug mit gefakten Schadensmeldungen

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Schadenbearbeiter zwischen 2007 und 2009 in 42 Fällen die Allianz betrog. Zunächst waren ihm sogar 56 Betrugsfälle zur Last gelegt worden, doch in 14 Fällen wurde das Verfahren eingestellt. Über das Urteil berichtet die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ).

Dabei zeigte das Vorgehen des 55jährigen einige kriminelle Energie. Überwiegend meldete er Hausrat- und Wohngebäude-Schäden, die so nicht stattgefunden haben. So habe er unter anderem vorgetäuscht, dass Wasserrohre geplatzt seien, Spülmaschinen übergelaufen oder das Rohrsystem von Fußbodenheizungen hohen Schaden verursacht hätte. Bis zu 132.000 Euro soll der Schaden pro Fall betragen haben (der Versicherungsbote berichtete).

Angelastet wurde dem Angeklagten, dass er sich bei seinen fingierten Schadensmeldungen eines ganzen Netzwerkes bediente. Hausbesitzer, Verwalter und Handwerker sollen involviert gewesen sein. Im Januar berichtete die Leipziger BILD, dass insgesamt 46 Personen dem Netzwerk angehört haben sollen. Brisant: Beteiligt seien auch bekannte Leipziger Ärzte gewesen, die das Geld teils unter sich aufgeteilt hätten.

Mitangeklagt war nun der Fleischer Thomas G.: Er soll betrugswillige Versicherte an den Mann vermittelt haben, quasi als eine Art Versicherungsbetrugs-Außendienst. Die Dimensionen des nun aufgedeckten Betruges stellten dabei auch die Ermittler vor Herausforderungen:

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Nachdem die Allianz 2010 bei einer internen Kontrolle Unregelmäßigkeiten entdeckt und Anzeige erstattet hatte, ermittelten das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft volle fünf Jahre, so berichtet die LVZ. Höhepunkt war der Herbst 2011, als bei einer Razzia gleichzeitig 30 Objekte untersucht worden waren. 2015 konnte schließlich Anklage gegen Alexander N. und Thomas G. erhoben werden.