Das Problem solcher Prognosen wird durch die Leben-Sparte anschaulich wie durch kaum einen anderen Versicherungen-Bereich. Denn welcher Versicherer hätte zum Beispiel in der Hochzinsphase zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts das derzeitige Niedrigzins-Szenario vorhersehen können oder danach kalkulieren wollen?


Anzeige

Besonders Prognosen zu nicht garantierten Rentenanteilen könnten sich demnach als ein von Hoffnung getrübter Blick in die Glaskugel erweisen, da sich der Gang der Zinsen, aber insbesondere auch Entwicklungen der Finanzmärkte nur schwer vorhersagen lassen. Und dennoch kann ein realer Kern enthalten sein, wenn Versicherer mit „geringen“ Garantien höhere Renten versprechen. Ein Anbieter, der weniger garantiert, könnte einen Vorteil für die Erwirtschaftung von Überschüssen (zum Beispiel durch riskantere Geldanlagen) haben, weil er zum Beispiel mehr in Aktien und Fonds investiert als in festverzinsliche Anlagen.

Unter dieser Voraussetzung sei nun vorgestellt, welche Prognosen der Musterkunde für seinen klassischen Tarif erhielt. Mit Blick auf solche Zahlen muss sich ein Kunde in einem zweiten Schritt entscheiden: Wählt er lieber den höheren Garantie-Betrag? Oder glaubt er den optimistischen und hoch greifenden Prognosen einiger Versicherer, die geringere Beträge garantieren?

Folgende Ergebnisse prognostizieren die Versicherer, wenn 35 Jahre lang 1.200 Euro jährlich für die aufgeschobene Rente eingezahlt wurden.

Prognostizierte Monatsrente ab dem 01.04.2054:

  1. Europa: 241,00 Euro
  2. Öffentliche Braunschweig: 207,15 Euro
  3. Neue Bayerische Beamten: 201,29 Euro
  4. WGV: 199,74 Euro
  5. Stuttgarter: 193,87 Euro
  6. Cosmos: 191,85 Euro
  7. Hannoversche: 188,75 Euro
  8. InterRisk: 185,20 Euro
  9. SV: 175,60 Euro
  10. Inter: 174,75 Euro
  11. Volkswohl Bund: 172,00 Euro


Prognostizierte Kapitalabfindung in 2054:

  1. Europa: 80.530,00 Euro

  2. Öffentliche Braunschweig 72.347,81 Euro
  3. Neue Bayerische Beamten: 68.272,08 Euro
  4. WGV: 67.865,88 Euro
  5. 
Cosmos: 65.525,92 Euro
  6. Stuttgarter: 64.790,15 Euro
  7. Hannoversche: 64.142 Euro
  8. InterRisk: 63.385,00 Euro
  9. Volkswohl Bund: 62.068,00 Euro
  10. SV: 60.996,39 Euro
  11. Inter: 60.786,39 Euro


Hintergrund:


Zum Jahresbeginn 2019 erwarb die Franke und Bornberg Research GmbH vom VersicherungsJournal Verlag den Geschäftsbereich Map-Report. Damit holten sich die Rating-Experten eines der etabliertesten Ratings der Versicherungsbranche ins Haus: Seit 29 Jahren schon liefert der Map-Report Daten zu Sparten und Anbietern (der Versicherungsbote berichtete).

Anzeige

Der MAP-Report 908 vergleicht tatsächliche Leistungen von Sofortrenten, Aufschubrenten und Kapitallebensversicherungen über die letzten 30 Jahre. Jedoch lieferten nur 19 Versicherungsunternehmen die notwendigen Daten. Die Studie kann über die Webseite von Franke und Bornberg bestellt werden.