Immer wieder haben Vermittler mit jungen Familien als Zielgruppe zu tun. Eine interessante Zielgruppe. Sie ist den neuen Medien gegenüber aufgeschlossen, hat sich im Regelfall im Internet belesen und möchte jetzt in der Tiefe ihren fachlichen Rat. Neben den Versicherungsprodukten und Absicherungsmöglichkeiten sollten Sie in der dieser Zielgruppe aber noch mehr sozialpolitische Themen im Rapportier haben, um den Problemen der werdenden Mütter im Spannungsfeld Schwangerschaft, Schutzbedürfnis und Arbeitswille gewachsen zu sein.

Anzeige

Die Zielsetzung des Mutterschutzes und Mutterschutzgesetzes ist es die Gesundheit der schwangeren und stillenden Frau und Fortführung Ihrer Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Dabei steht der Kündigungsschutz, die Sicherung des Einkommens beim Beschäftigungsverbot und das Entgegenwirken von Benachteiligungen Schwangerer und Mütter nach der Entbindung im Fokus.

Als Personenkreis erfasst sind nach deutschen Recht schwangere und werdende Mütter in:

  • Beschäftigungsverhältnis (Voll- und Teilzeit)
  • Minijobber
  • Auszubildende
  • Praktikantinnen nach §26 Berufsausbildungsgesetz
  • Freiwillige im Jugenddienst

Besondere Regelungen finden sich darüber hinaus bei Studenten, Schülern, Beamten, Richter und Soldaten.

Kündigungsschutz

Eine Schwangere unterliegt dem weitreichenden Kündigungsschutz. Grundsätzlich sind schwangere und werdende Mütter während der Schwangerschaft und vier Monate nach der Entbindung schutzbedürftig. Die Totgeburt oder Tot des Kindes steht der Regelung gleich. Die unmittelbar nach der Geburt des Kindes angemeldete Elternzeit verlängert den Kündigungsschutz bis zum Ende der angemeldeten Elternzeit. Der Arbeitgeber darf in diesen Zeiten weder ordentlich noch außerordentlich kündigen.

Sonderregelung – Probezeit und befristete Beschäftigung

Ist bei einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis eine Probezeit vereinbart, darf der Arbeitgeber bei Schwangerschaft nicht kündigen.

Ist ein Arbeitsverhältnis befristet, beispielsweise wegen Erprobung oder Vertretung, endet dies mit Fristablauf.

TIPP – Diskriminierung: Sollte der Arbeitgeber jedoch alle befristeten Verträge verlängern, nur das der Schwangeren oder Mutter nicht, kann es sich um eine Form der Diskriminierung sein und ist damit möglicherweise unzulässig.

Sonderregelung – Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch

Ist die Schwangerschaft vor der zwölften Schwangerschaftswoche beendet, endet der Kündigungsschutz mit dem Tag der Beendigung der Schwangerschaft. Endet die Schwangerschaft nach der Vollendung der zwölften Schwangerschaftswoche, so endet der Schutz vier Monate nach Beendigung der Schwangerschaft.

Anzeige

Sonderregelung – Der Arbeitgeber kündigt und weiß noch nichts von der Schwangerschaft

Gerade in den ersten Wochen möchte man aus verschiedenen Gründen nicht jeden an der Schwangerschaft teilhaben lassen. Kündigt der Arbeitgeber nun, braucht die werdende Mutter nicht in Panik verfallen. Sie kann den Schwangerschaftsnachweis zum Zeitpunkt der Kündigung noch zwei Wochen beim Arbeitgeber führen und hat vollständigen Kündigungsschutz.