Die Allianz hat im vergangenen Jahr ein operatives Plus von 11,5 Milliarden Euro eingefahren. Damit kletterte das operative Ergebnis um 3,7 Prozent und erreichte damit das höchste operative Ergebnis in der Allianz Geschichte. Der Versicherer hatte ursprünglich mit einem Ergebnis zwischen 10,6 und 11,6 Milliarden gerechnet.

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Damit der Versicherungsriese auch in der Zukunft Gewinne einfährt, wird aktuell an vielen Schrauben gedreht. Noch in diesem Jahr soll beispielsweise der neue europäische Direktversicherer starten. Das neue Flaggschiff der Allianz für den europäischen Online-Vertrieb solle den Namen "Allianz Direct" tragen. Parallel dazu wird an der Fusion der Industriesparte gewerkelt. Aktuell prüft der Konzern gemeinsam mit Unternehmensberatung Oliver Wyman, wie eine Verschmelzung der Unternehmenstöchter Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) und Euler Hermes aussehen könnte.

Aber auch Zukäufe könnten ein probates Mittel für langfristigen Erfolg darstellen. Dafür stünden in diesem Geschäftsjahr rund eine Milliarde Euro parat, erklärte Allianz-Finanzvorstand Giulio Terzariol im Februar. Eine interessante Übernahmemöglichkeit soll sich aktuell beim britischen Versicherer Legal & General (L&G) bieten. Das Londoner Unternehmen möchte seinen Sachbestand verkaufen. Laut dem britischen TV-Sender "Sky News" soll die Allianz aktuell die besten Chancen für den Zuschlag haben. Im Kampf um die Sachversicherungssparte solle sich unter anderem auch der britische Versicherer Direct Line befinden.

Für die Allianz könnte der Deal durchaus Sinn machen. Schließlich hatte sich die Versicherungsgruppe Ende 2017 49 Prozent der Anteile am britischen Versicherer Liverpool Victoria General Insurance gesichert. Für den Kauf musste der deutsche Versicherungsriese tief in die Tasche greifen und 500 Millionen Pfund nach Liverpool überweisen. Damit war das Joint Venture beider Unternehmen zum drittgrößten Privatkunden-Versicherers in Großbritannien aufgestiegen. Immerhin sechs Millionen Privatkunden soll es beherbergen und einem Prämienvolumen von 1,7 Milliarden Pfund haben.

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Bis Ende 2019 solle der Anteil der Allianz am britischen Unternehmen im Rahmen eines Terminkaufs um 20,9 Prozent auf 69,9 Prozent erhöht werden. Für diesen vereinbarten Erwerb von weiteren 20,9 Prozent sollen 213 Millionen Pfund fließen. Die restlichen Anteile könne der britische Versicherer via Put Option an die Allianz verkaufen.