Was taugen aktuelle Rentenversicherungen? Die Ratingagentur Franke und Bornberg wollte es genau wissen und testete stolze 1.026 Rentenversicherungstarife (Grundtarife inklusive aller Ausprägungen) auf ihre Bedingungen. Ausgangspunkt für die Bewertung der Angebote waren selbst recherchierte Versicherungsbedingungen sowie rechtlich verbindliche Verbraucherinformationen und Formulare. Auch teilte man die Tarife fünf Produktkategorien zu, damit Gleiches mit Gleichem verglichen wird. Folgende Produktkategorien wurden dem Rating zugrundegelegt:

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  • „Klassik“ = Klassische Rentenversicherungen mit garantiertem Rechnungszins; bei diesen Tarifen erfolgt die Anlage der Sparbeiträge ausschließlich im Sicherungsvermögen der Gesellschaft. Lange galten diese Produkte als Standard, sie gerieten jedoch durch das Niedrigzinsumfeld zunehmend unter Druck. Gelingt es Anbietern dieser Produkte doch immer schwerer, die versprochenen Garantien zu erwirtschaften. So führt Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter der Agentur, auch aus: Eine Reihe von Versicherern habe sich aus dem Markt zurückgezogen und biete keine Klassik mehr an. Diejenigen aber, die in dem Produktsegment drin bleiben wollen, würden ihre Entscheidung umso selbstbewusster vertreten.
  • „Neue Klassik“ = klassische Rentenversicherungen ohne garantierten Rechnungszins, bei denen ebenfalls Sparbeiträge ausschließlich in das Sicherungsvermögen der Gesellschaft fließen; durch den Wegfall der Garantien soll aber eine höhere Rendite möglich sein. Die „neue Klassik“ versucht eine Vermittlung zwischen dem Kundenbedürfnis nach hoher Sicherheit und einer größeren Freiheit beim Erwirtschaften von Renditen. Als Beispiel genannt werden Indexrenten, bei denen Kunden an der Börsenentwicklung partizipieren sollen.
  • „Fonds“ = Fondsgebundene Rentenversicherungen: Hierunter fallen Tarife, bei denen Sparbeiträge in Investmentfonds angelegt werden.
  • „Hybrid Garantie“: Garantieorientierte hybride Rentenversicherungen. Dazu zählen laut Agentur Tarife, bei denen der Versicherer ein Garantieniveau zusagt, das durch Umschichten des Vertragsguthabens zwischen Sicherungsvermögen und fondsorientierter Anlage über die Vertragslaufzeit sichergestellt ist. Im Grunde handelt es sich um Produkte, die ständig ausbalancieren zwischen Mitteln zur Garantiesicherung und Mitteln zur freien Anlage, um für gute Rendite zu sorgen.
  • „Hybrid Beitrag“: Beitragsorientierte hybride Rentenversicherungen. Bei diesen Tarifen entscheidet der Kunde laut Agentur, welcher Anteil seines Sparbeitrages in die Fondsanlage und welcher Anteil ins Sicherungsvermögen investiert wird.

Immerhin 49 Kriterien waren nach Eigendarstellung der Agentur ausschlaggebend für die Bewertung der Tarife, wobei verschiedene Kriterien für verschiedene Produktkategorien galten. Als Beispiel genannt seien: „Anpassungsmöglichkeiten“, „Zuzahlungen“, „Überschussbeteiligung“ oder „Flexibilität zum Rentenbeginn“ als typische Kriterien der „Klassik“ und „Neuen Klassik“. Hinzu kamen für hybride und fondsgebundene Produkte weitere spezifische Kriterien wie „Ablaufmanagement“, „Performancegarantie“ oder „Anlageflexibilität“. Alle Kriterien sollten die übergeordneten Bereiche „Flexibilität“, „Transparenz“ und „Funktionsweise des Produkts“ abbilden. Aber wie sahen nun die Test-Ergebnisse aus?