Bezuschussung eines Zahnimplantats – ohne Zahnzusatz? Ein drohendes Fahrverbot abwenden – ohne Verkehrsrechtsschutz? Rausschmiss aus der Mietwohnung verhindern – ohne Mietrechtsschutz? Auch wenn keine passende Versicherung zum Zeitpunkt des Schadens vorliegt, gibt es heute Produkte, die rückwirkenden Versicherungsschutz bieten. Seit 2016 beobachte ich gespannt die Entwicklung eines Produktkonzepts, das das Urprinzip der Absicherung auf den Kopf stellt. Diese Begeisterung teilen allerdings nicht alle.

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Rückwirkende Versicherung - umstritten, aber vielleicht die Zukunft

Marcus Krautkrämer ist als Senior Performance Marketing Consultant für den Auf- und Ausbau der Digital-Strategien innerhalb der mediaworx berlin AG verantwortlich.Anfang 2017 berichtete ich erstmals über Entwicklungen und Chancen, die sich aus dem rückwirkenden Versicherungsprinzip für die Versicherungswirtschaft ergeben könnten. Dabei meldeten sich vereinzelte Makler zu Wort und verurteilten die Rückwärtsabsicherung auf Grundlage von Moral und der Abkehr vom Solidaritätsgedanken einer Versicherung. Darüber mag ich nicht urteilen, aber die geäußerten Ängste sind wohl eher auf mögliche finanzielle Verluste zurückzuführen. Schließlich hat man seit Anbeginn des Versicherungszeitalters an der (Un)wahrscheinlichkeit einer Eventualität verdient. Nun soll der Kunde nur noch nach Eintritt des Schadens zahlen?

Ja, so ist es. Und damit lässt sich ebenfalls Geschäft machen – nur eben über mittel- bis langfristige Umwege: Die Rückwärtsversicherung ist nämlich der Eintritt zur langfristigen Bindung und Konvertierung des Kunden zum Käufer eines regulären bzw. vorwärtswirkenden Versicherungsprodukts.

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Die Psychologie ist simpel und zugleich vielversprechend: Ich helfe dem Kunden in seiner akuten Not, was womöglich kurzfristig nicht gewinnbringend ist, aber gewinne dadurch im Gegenzug Dankbarkeit, Vertrauen und bleibe auf ewig im Gedächtnis des Kunden. Denn meine Leistung ist derzeit noch einzigartig auf dem Markt. Positive Abstrahleffekte, wie zum Beispiel Empfehlungen durch Familie, Freunde, Presse & Co. sind einem außerdem gewiss, was wiederum niedrigere Kosten bei der Kundenbeschaffung bedeutet.