Die Zahlen der „Marktstudie zur Preissituation im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt“ beeindrucken: Der ermittelte maximale Preisunterschied zwischen einem günstigsten und teuersten Kfz-Tarif beträgt 2.448 Euro im Jahr. Dafür hat Thomas Köhne, Fachleiter Versicherung an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, zehn verschiedene Musterkunden in zwanzig Regionen untersucht, insgesamt 33.837 Tarifkalkulationen. Die Studie sei folglich repräsentativ, teilt der Versicherer in einem Pressetext mit.

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Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter für alle untersuchte Modellkunden und Regionen beträgt immerhin noch 1.311 Euro. Das Herausstellen dieser Zahlen soll verdeutlichen: ein Preisvergleich verschiedener Kfz-Prämien hilft beim Sparen. Folglich sprechen die Studienmacher auch von "Einsparpotential" statt von Prämienunterschieden.

So wurde getestet: 20 Regionen unterschieden

Die Auswahl der Musterkunden wurde anhand statistischer Werte des Statistischen Bundesamtes, des Kraftfahrt-Bundesamtes und von Statista vorgenommen – hierzu gehören auch simulierte Daten zur Tarifierung: Schadenfreiheitsklasse, Nutzungsverhalten (privat oder dienstlich und zu versichernder Fahrerkreis) sowie gewählte Selbstbeteiligung. Musterkundin war zum Beispiel eine 32-jährige und als Single lebende Angestellte (kinderlos) als Fahrerin eines Peugeot 208.

Zugleich wählte Kühne 20 Regionen für den Tarifvergleich, wobei er nach Gemeindegröße (mehr als 50.000 oder weniger als 50.000 Einwohner), nach Personenkraftwagen je Bundesland sowie nach Regionalstatistik für die Haftpflicht gemäß GDV unterschied.

Für die Studie ausersehen: Berlin, München, Köln, Frankfurt, Hamburg, Nürnberg, Dresden, Freising, Dortmund, Stuttgart, Ravensburg, Hannover, Wetzlar, Elmshorn, Königswinter, Trier, Aalen, Melle, Borken, Wittenberge.

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Errechnet wurden die Prämienunterschiede mit dem Vergleichsrechner NAFI. Eingegeben wurden Ergänzungen zum Musterkunden (Ausstellungsdatum des Führerscheins etc.), zu Merkmalen des Fahrzeugs, zur Fahrregion. Mit etwa 40 Angaben pro Musterkunde hätte man so insgesamt 33.837 Tarife geprüft und verglichen, wobei einige der berechneten Tarife mit einer Anfragepflicht versehen waren.