Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat in diesem Jahr wieder einmal Schwung in die Diskussion rund um die betriebliche Altersversorgung (bAV) gebracht. Damit ist dieses ohnehin schon nicht einfache Produkt für den Vertrieb um eine weitere erklärungsbedürftige Komponente gewachsen. Nicht nur die Kommunikation mit dem Kunden im Verkaufsprozess wird dadurch schwieriger, auch der Abstimmungsbedarf mit dem Versicherer resp. Maklerbetreuer nimmt zu. Da es hier oftmals krankt, haben die Versicherungsforen Leipzig und Maklerforen Leipzig zu diesem Thema einen gemeinsamen Workshop für Makler und Versicherungsunternehmen durchgeführt und für beide Parteien eine Gelegenheit geschaffen, sich auszutauschen. Dabei diskutierten Versicherer und Fachmakler sehr praxisnah über marktfähige bAV-Produkte und es wurde schnell deutlich, dass auf beiden Seiten weiterer Gesprächsbedarf besteht.

Anzeige  

 

Makler beklagen schwindende Fachexpertise bei Versicherern

Manuela Wolf, Projektmanagerin Vertrieb & Service bei den Versicherungsforen Leipzig. Quelle: versicherungsforen.netDie Versicherer sind Produktgeber und definieren das bAV-Produkt über die Tarife und deren Ausgestaltung. Die Beratungskonzepte der Makler sind hingegen auf ca. 20 bis 30 Jahre in die Zukunft ausgerichtet. Daher verwundert es nicht, dass für sie das bAV-Produkt den gesamten Angebots-, Antrags-, Betreuungs- und Beratungsprozess umfasst. Neben der Ausgestaltung der Tarife gehören Angebotserstellung, Vertragsverwaltung, flexible Gruppenverträge sowie die Expertise in den bAV-Fachabteilungen der Versicherer, zuverlässige Maklerbetreuer und intelligente Vergütungslösungen zum bAV-Produkt.

Das wurde in den Schwerpunkten deutlich, die die Makler beim Workshop in ihren Impulsvorträgen setzten. Mit teilweise sehr kritischen Worten erläutern sie anhand von Praxisfällen, welche Problemfelder und Optimierungspotentiale es in den Prozessabläufen gibt. So sei in den aktuellen Produkten und Prozessen die Bedürfniswelt des Arbeitgebers oftmals nicht abgebildet. Zudem gehe, nach Meinung der Makler, die Fachexpertise in den Versicherungsunternehmen zunehmen verloren. Durch Personalabbau gebe es nur noch wenige gute Ansprechpartner in den Fachabteilungen, diese seien oftmals nicht erreichbar und man müsse doch wieder im Call Center anrufen. In dem Erfahrungsaustausch diskutierten Makler und Versicherer daher über die wichtigsten Fragestellungen in der bAV-Beratung.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Welche Lösungsansätze für verständliche, kostentransparente Tarife sind umsetzbar?
  • Braucht ein gutes bAV-Produkt eine Garantie?
  • Wie viel Digitalisierung verträgt der bAV-Fachmakler?
  • Kann eine anbieterunabhängige Plattform ein Weg für effektive bAV-Verwaltung sein?
  • Welche Rolle übernimmt der Versicherer in der Zusammenarbeit mit Maklern und Arbeitgebern?
  • Wie sollten Prozesse verändert werden, damit Fachabteilung und Maklerbetreuer für den Makler Nutzen bieten?
  • Ist die bAV-Beratung für Makler aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch ein lohnendes Geschäftsfeld? Welche Vergütungsmodelle sind sinnvoll?

So verschieden die Standpunkte zu diesen Fragestellungen auch waren, das Feedback zum Workshop war einheitlich positiv. Veranstaltungen helfen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und die verschiedenen Sichtweisen im Interesse aller Beteiligten zu diskutieren. Auch wenn die Vorstellungen diverser Lösungsansätze nicht immer deckungsgleich sind, so verbindet Makler und Versicherer ein gemeinsames Ziel: Die werthaltige Altersversorgung für ihre gemeinsamen Kunden. Das anschließende Get-together haben die Versicherer und Makler genutzt, um ihr Netzwerk zu erweitern.

Anzeige  

 

Der Workshop zu bAV-Produkten wird am 4. September 2018 fortgeführt. Aufbauend auf den ersten Workshop sollen dann weitere Fragestellungen und Standpunkte seitens der Versicherer und Makler intensiv diskutiert werden. Interessierte finden mehr Informationen unter www.versicherungsforen.net/workshop-bav