Der Münchener Versicherungskonzern Allianz will sich noch stärker am Geschäft mit Autos beteiligen. Zwar werde der Versicherer nicht direkt Autos verkaufen. An Dienstleistungen beziehungsweise an Versicherungen, die rund um den Autokauf an den Mann oder die Frau gebracht werden können, ist der Konzern aber schon interessiert.

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Im Kampf um den deutschen Markt im Bereich der Autoversicherung hatte der Versicherer schon länger viel Kreativität bewiesen. Bereits Anfang 2013 war ein Joint Venture mit dem Autohersteller Volkswagen eingetütet worden. Seither werden unter dem Namen „Volkswagen Autoversicherung AG“ Policen in Volkswagen-Autohäusern verkauft. Eine weitere Partnerschaft besteht mit dem Autobauer BMW. In einer Arbeitsgruppe sollen unter anderem die Haftpflichtfragen bei autonom fahrenden Autos geklärt werden.

Einen tieferen Einblick in das Geschäft mit Autos wagte der Versicherer über die eigene Insurtech-Einheit. Diese hatte im Februar 2017 eine Auto-Verkaufsplattform für Privatkunden in die unternehmerische Selbstständigkeit geschickt. Das Baby arbeitet seither unter dem Namen Abracar. Generell war die Insurtech-Einheit in letzter Zeit sehr fleißig. Zwar war der Wagniskapital-Fonds der Allianz erst im September 2016 entstanden. Doch seither sind einige größere Geschäfte über die Bühne gegangen. Zuletzt hatte der Versicherungsriese seine Beteiligung am Insurtech Simplesurance erhöht. Vorher hatte sich der deutsche Versicherer unter anderem am amerikanischen Gesundheitsdienstleister American Well, am Kapital-Marktplatz C2FO aus Kansas City, an der Direktbank N26 sowie am führenden Ridesharing-Dienst GO-JEK in Indonesien beteiligt.

Allianz und Deutsche Bank wollen Annex-Geschäfte

Nun greift Allianz wohl richtig in das Geschäft rund um den Handel von Gebrauchtwagen ein. Denn: Gemeinsam mit dem Frankfurter Kreditinstitut Deutsche Bank wurde eine neue Plattform mit dem Namen "Auto 1 Fintech" aus dem Boden gestampft. Das berichtet das Medienunternehmen "Bloomberg"

Demnach hätten beide Konzern gemeinsam mit dem Internet-Marktplatz für Gebrauchtwagen Auto 1 das neue Unternehmen gegründet. Alle drei Partner würden zusammen mehr als 50 Prozent an "Auto 1 Fintech" halten, schreibt "Bloomberg.

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Das neue Unternehmen solle unter anderem Auto-Kredite sowie Versicherungsprodukte anbieten. Diese sollen direkt in die Verkaufsstrecke eingebaut werden. Während der Versicherer und das Geldhaus an den Annex-Verkäufen verdienen wollen, erhofft sich der Gebrauchtwagenhändler Auto 1, dass die Kunden künftig mehr Autos über das Portal kaufen.