Ab dem 1. Juli 2018 erhalten die rund 21 Millionen deutschen Altersrentner wieder mehr Geld erhalten. Während die Renten in Westdeutschland um 3,22 Prozent raufgesetzt werden, liegt das Rentenplus im Osten bei 3,37 Prozent. Das hat das Bundeskabinett im April 2018 beschlossen. Doch für viele Deutsche wird das Altersgeld recht knapp ausfallen. Das belegt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag. So würden aktuell rund 3,7 Millionen Beschäftigte mit vollem Job weniger als 2.000 Euro brutto im Monat verdienen. Das entspricht 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Deutschland. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf die "Deutsche Presse-Agentur".

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Einhergehend mit den niedrigen Einkünften sparen Arbeitnehmer auch weniger Geld in die Rentenkasse. Denn: Laut Bundesarbeitsministerium liegt der durchschnittliche Bruttobedarf für Empfänger der Grundsicherung derzeit bei 814 Euro im Monat. Um diesen Wert „bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden über 45 Jahre versicherungspflichtiger Beschäftigung hinweg zu erreichen, wäre aktuell rechnerisch ein Stundenlohn von 12,63 Euro erforderlich“, zitiert die Rheinische Post aus der Antwort der Bundesregierung. Bliebe der Mindestlohn auf dem aktuellen Stand, würde in einigen Regionen ein massives Altersarmuts-Problem drohen.

Während die Partei die Linke die Bundesregierung daraufhin direkt zum Handeln aufgefordert hatte und eine Anhebung des Mindestlohn von 8,84 Euro auf 12 Euro erhofft, möchte DRV-Chefin Gundula Roßbach an einer anderen Schraube drehen. So fordert die Diplom-Verwaltungswirtin eine Anhebung der Grundrente in Ballungsräumen - oder einfach ausgedrückt - in Städten. Hintergrund der Forderung ist die geplante Grundrente. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) möchte Arbeitnehmern, die 35 Jahre lang Beiträge gezahlt haben oder Pflege- sowie Erziehungszeiten vorweisen können, einen Sockelbetrag als Altersgeld gewähren.

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In die sogenannte Grundrente sollten auch die Mietpreisunterschiede zwischen Stadt und Land einfließen, so der Wunsch von Roßbach. Schließlich seien die Mieten in vielen ländlichen Regionen deutlich günstiger als beispielsweise in Städten wie etwa Berlin oder München. "Was mich umtreibt, ist, dass es für bundesweite Alterssicherungssysteme schwierig ist, regionale überdurchschnittliche Steigerungen bei der Miete und Unterschiede der Wohnungsmärkte auszugleichen.", sagte Roßbach der "Deutschen Presse-Agentur". Folglich würde es alten Menschen in Ballungsräumen schwerer fallen, mit der Grundrente auszukommen.