So wurde getestet

Im aktuellen Privatrenten-Rating hat das Institut erneut vier Teilbereiche unterschieden, für die es unterschiedlich gewichtete Noten gab. Im Teilbereich „Unternehmensqualität“ wurde unter anderem gewertet, wie sicher ein Unternehmen dasteht: etwa, wie groß der Vertragsbestand ist, die Beitragseinnahmen anhand der Bruttobeiträge und ob es in internationale Strukturen eingebettet ist. Aber auch Werte wie die RSC-Bedeckungsquote wurden eingerechnet, also in welchem Verhältnis die Eigenmittel eines Versicherers zu den Solvenzanforderungen der deutschen Finanzaufsicht stehen. Die Unternehmensqualität wurde im Rating mit Abstand am stärksten gewichtet: zu 35 Prozent floss es in die Wertung ein.

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Die zweite Teilbereichsnote ergibt sich aus der erzielten Rendite, die zu 30 Prozent in der Gesamtwertung berücksichtigt wird. Hier differenziert das IVFP zwischen den Renditen klassischer Produkte, die hohe Beiträge dafür aufbringen müssen, die Garantien zu sichern - und renditenstärkeren Tarifen. Um Marktschwankungen abzubilden, wurde die Rendite zudem für 10.000 zufällige Kapitalmarktentwicklungen durchgerechnet - nach einem Verfahren, das die Tester gemeinsam mit dem Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) in Ulm entwickelt haben. Hier verweisen die Studienmacher auf einen Schwachpunkt bei den Angebotsrechnern der Versicherer: Sie rechnen so, als seien die Renditen über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg konstant.

Teilbereich Numero 3 ist die Flexibilität der Tarife (25 Prozent). Neben Kriterien, die eher für Fonds- und Indexpolicen wichtig sind, wird hier unter anderem gewertet, ob vor Rentenbeginn zusätzliche Zuzahlungen möglich sind, eine Beitragsfreistellung erlaubt ist, welche Fristen hierfür vorgesehen sind und wie die Überschüsse in der Ansparphase verwendet werden. Hier wird positiv bewertet, wenn der Kunde aus mehreren Überschusssystemen wählen kann. Zur Verfügung stehende Optionen sind beispielsweise „verzinsliche Ansammlung“, „Bonusrente“ oder „Fondsanlage“.

Letzendlich werden auch noch Service und Transparenz der Tarife benotet: zum Beispiel, ob die Effektivkosten nachvollziehbar errechnet werden, ob das Werbematerial verständlich gestaltet ist, das Produkt auf der Webseite des Anbieters nachvollziehbar erklärt wird etc. Dieser Teilbereich fließt zu 10 Prozent in die Gesamtnote ein.

Die besten klassischen Rentenversicherungen 2018 nach Interpretation des IVFP.

R+V und Europa triumphieren bei klassischen Tarifen

Das Feld der klassischen Rentenversicherungen ist -wie bereits erwähnt- überschaubar. Ganze 15 Tarife werden noch von den Serviceversicherern angeboten, drei weitere von Direktversicherern. „Klassik“ wird dabei von den Studienmachern wie folgt definiert: „Die Anlage der Beiträge erfolgt ausschließlich im Sicherungsvermögen oder ausschließlich in einem sicherheitsorientierten Sondervermögen. Der Kunde erhält auf den Sparanteil einen festen Zinssatz bzw. den gesetzlichen Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent (seit 01.01.2017).“

Bei den Serviceversicherern kann die R+V Lebensversicherung mit ihrem Tarif „R+V Privatrente“ die Krone erkämpfen. Der Versicherer gewinnt das Ranking mit Gesamtnote 1,4. Es folgen auf den Plätzen die Continentale Leben mit „Continentale Rente Classic“ und Note 1,5 sowie auf Rang drei die Nürnberger mit „Nürnberger Privatrente“ und Note 1,6.

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Bei den Direktversicherern war den untersuchten Anbietern ein Podiumsplatz schon sicher, denn es wurden nur drei Tarife überhaupt gewertet. Hier triumphierte die Europa Leben mit ihrem Angebot „E-R Rentenversicherung Pur“ und Gesamtnote 1,3, womit sie sogar besser abschnitt als alle gewerteten Serviceversicherer. Dahinter platziert sich die Hannoversche mit ihrer „Bausteinrente“ und Note 1,5. Drittplatzierter und zugleich Schlusslicht ist die HUK24 mit ihrer „Privatrente“, die aber immer noch eine gute Note von 1,8 erzielt.