Seit 2015 verleiht der Bund der Versicherten den „Versicherungskäse des Jahres“. Vergleichbar mit der „Goldenen Himbeere“ für den schlechtesten Film des Jahres, der als Gegenpart der begehrten Oscar-Verleihung anzusehen ist, handelt es sich bei der vom Verbraucherverband verliehenen Auszeichnung eher um einen Schmähpreis. Im Fokus der Kritik stehen im Regelfall Produkte, die lückenhafte und nicht nachvollziehbare Leistungen hätten. Auch zu hohe Beiträge oder ein zweifelhafter Nutzen seien laut BdV Kriterien für eine Nomierung angesetzt würden.

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In den vergangenen Jahren hatten die Allianz in Partnerschaft mit dem deutschen Serienmeister Bayern München sowie die Versicherer Axa und Ideal die Siege eingeheimst. Zur vierten Verleihung sind nun die Versicherer Ergo, Generali und sowie ein Gemeinschaftsprodukt der Württembergische Gemeinde-Versicherung und der BGV-Badische Versicherung nominiert. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Bei der Ergo steht der SmartHome-Schutzbrief in der kritik. Das gemeinsame Angebot der Ergo und der Telekom solle das Haus oder die Wohnung aus der Ferne überwachen. Hier stellte die Jury, die aus Kerstin Becker-Eiselen (Verbraucherzentrale Hamburg), Edda Castelló (Expertin), Lars Gatschke (Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.), Peter Schütt (Versicherungsberater) und Barbara Sternberger-Frey (Redaktionsbüro Sternberger-Frey) besteht, den Sinn der Versicherung in Abrede. Schließlich würden Hausbesitzer bei Feuer oder einem Einbruch sowieso entsprechende Notfallnummern wählen. Kosten, die zu versichern wären, würden in der Regel erst gar nicht entstehen, monieren die Juroren.

Das Gesundheitsprogramm Vitality BU-Tarif SBUV 17 der Generali sei dagegen datenschutzrechtlich, aber auch aus Sicherheitsgründen bedenklich. Dazu kämen widersprüchliche Klauseln zur Ermittlung des Rabatts – so einige Kritikpunkte der Jury.

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Die Schülerversicherung ist ein gemeinsames Produkt der Württembergische Gemeinde-Versicherung und der BGV-Badische Versicherung. Dieses Angebot werde in Baden-Württemberg werde über die Lehrer an die 1,5 Millionen Schüler verteilt. Die Lehrer, die sich normalerweise mit deutscher Grammatik oder alter Geschichte auskennen, verteilen die Anträge und kassieren das Geld. "Sie können und dürfen nicht beraten.", heißt es seitens der Jury.