Jürgen Tertnick: Bedauerlicherweise hält sich in der Bevölkerung hartnäckig die Meinung, dass zahlreiche Häuser nur schwer oder gar nicht gegen Schäden durch Elementarereignisse versichert werden können. Von den 21,4 Millionen Gebäuden in Deutschland lassen sich jedoch 99,4 Prozent problemlos versichern. Für die restlichen 0,6 Prozent finden sich in der Regel durch Ortsbesichtigungen und eventuelle bauliche Präventionsmaßnahmen individuelle Lösungen.

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Tatsächlich sind in Deutschland allerdings lediglich rund 40 Prozent aller Gebäude gegen Elementargefahren versichert. Spitzenreiter ist mit 94 Prozent das Land Baden-Württemberg, welches sicher noch davon profitiert, dass es bis 1994 eine Pflichtversicherung gegen Elementargefahren gab. Schlusslicht bildet das Land Bremen mit nur 17 Prozent.

Wenn ich in der höchsten Risikozone für Hochwasserschäden wohne, dann sind die Konditionen oft sehr unattraktiv. Finden Sie das gerechtfertigt? Welche Argumente sprechen für eine höhere Prämie?

Dass die Konditionen unattraktiv und für zu hoch empfunden werden, hängt immer von der persönlichen Bewertung eines jeden Einzelnen ab. Tatsächlich kostet zum Beispiel eine Vollkasko-Deckung im Jahr für einen Mittelklassewagen deutlich mehr als eine Elementarschadenversicherung für ein Einfamilienhaus. Jetzt frage ich Sie, was ist existenzbedrohender für einen Bürger, die Beule im Auto oder der Verlust des Eigenheims, welches unter Umständen noch nicht einmal vollkommen abbezahlt ist? Wir reden hier über mehrere hunderttausend Euro, in manchen Fällen sogar über Millionen. Dafür sind manche nicht bereit, im Jahr einige hundert Euro aufzuwenden, um sich über dieses Risiko keine Gedanken mehr machen zu müssen?

Dass manche Risiken etwas teurer und manche etwas günstiger sind, liegt in der Natur der Tarifkalkulation - das ist in allen Versicherungssparten so. Zur Ermittlung und Kalkulation einer Prämie führen eine Vielzahl an Risiko-, bzw. Tarifierungsmerkmalen, durch die das Ausmaß erwarteter Schadenfälle so exakt wie möglich vorhergesagt werden kann.

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Die Fragen stellte Jenny Müller