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Studie

PKV - Diese Krankenversicherer überzeugen im IVFP-Rating

Wettrennen um die beste Bewertung: Die R+V triumphiert im IVFP-Rating privater Krankenversicherungen (Symbolbild)babilkulesi@Pixabay.com

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat für seine Studie „KV Unternehmensqualität 2017“ die Unternehmensqualität von 33 privaten Krankenversicherern untersucht. Dabei konnte sich die R+V Versicherung auf Rang 1 behaupten, während gleich sechs weitere Anbieter sich die Silbermedaille teilen müssen. Schlechter als Gesamtnote 2,8 schnitt kein Unternehmen ab.

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Wie fit sind die privaten Krankenversicherer? Eine Orientierung zu dieser Frage will das private Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) mit seinen regelmäßigen Qualitäts-Ratings bieten. Und hat dabei auch die Stabilität der Beiträge im Blick. Die PKV-Branche kämpfe mit einem „Negativimage der steigenden Beiträge“, heißt es in einem Pressetext zur aktuellen Studie.

Dabei ist der aktuelle Pressetext des Instituts auch eine Krisen-Diagnose. „Die Leistungsaufwendungen durch immer höhere Kosten im Gesundheitswesen steigen jedes Jahr weiter an“, heißt es darin. Und weiter: „Mit der lange überfälligen Reform der GOÄ wird es wohl nicht besser werden. Auch die anhaltende Niedrigzinsphase tut ihr Übriges. Die Branche ist gefangen von Zinskrise und Leistungssteigerungen.“

Für die Verbraucher zähle aber vor allem, dass ihre Krankheitskosten auch zukünftig abgedeckt seien: auch im Alter. „Ein Vollkostentarif ist daher im Grunde eine Form der langfristigen Kapitalanlage“ - eine These, die sicher diskutabel ist, geht es doch um nicht weniger als die eigene Gesundheit. Nur ein „wirtschaftlich gesundes Unternehmen mit einer professionellen Kapitalanlagepolitik“ sei in der Lage, "mögliche Beitragsanpassungen in moderater Form an die Kunden weiterzugeben", heißt es weiter im Pressetext – hierfür will das IVFP-Rating eine Orientierung bieten.

So wurde getestet

210 Punkte wurden anhand von 23 Kriterien vergeben, berichtet das IVFP. Dabei wurden die Bewertungen aufgeteilt in die Qualitätsbereiche Stabilität, Sicherheit, Ertragskraft und Markterfolg.

Die Tester behaupten in den "Informationen zum Rating-Verfahren", dass nur „Hard Facts“ für den Vergleich herangezogen worden sind. Im Pressetext heißt es, es „werden nur Werte untersucht, die sich aus den Zahlenwerken der Krankenversicherungsunternehmen respektive dessen Einbettung in eine Unternehmensgruppe (Konzernbericht) und aus öffentlich zugänglichen Quellen (Geschäftsbericht, BaFin-Berichte) herauslesen lassen“. Zu den 23 Kriterien gehören unter anderem die Eigenkapitalquote, Solvabilitätsquote, das versicherungstechnische Ergebnis und der erzielte Nettozins auf die Kapitalanlagen.

Doch wie diese Daten gewertet werden, wirft stellenweise Fragen auf. So wurde es zum Beispiel offenbar im Sinne der Unternehmensstabilität als positiv bewertet, wenn ein Versicherer in einen großen Konzernverbund integriert ist und als Aktiengesellschaft firmiert. „Beispielsweise müssen Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit das Eigenkapital selbst aus Überschüssen aufbauen, und dafür relativ hohe Steuern tragen, während Aktiengesellschaften sich das Eigenkapital vom Markt oder vom Mutterunternehmen besorgen können“, heißt es hierzu in der Studienbeschreibung.

Ebensogut kann aber auch ein Versicherungsverein Vorteile gegenüber einer AG haben: etwa, dass keine fremden Eigentümer Ansprüche auf den erzielten Gewinn anmelden und Überschüsse im Unternehmen verbleiben. Dies kann hier nicht im Detail diskutiert werden.

Die Top-Unternehmen aus insgesamt 33 untersuchten Krankenversicherungsunternehmen (innerhalb des Ranges in alphabetischer Reihenfolge)

R+V triumphiert vor sechs weiteren Versicherern

Im Gesamtschnitt der Studie fällt auf, dass erneut viele PKV-Versicherer ein sehr gutes Ergebnis erzielen konnten. Von 33 Versicherern landen insgesamt neun Gesellschaften auf den ersten drei Rängen mit mindestens Gesamtnote 1,5. Weitere vierzehn Gesellschaften schnitten besser als Gesamtnote 2,0 ab: das betrifft beinahe 70 Prozent aller getesteten Unternehmen. Weitere zehn Anbieter platzierten sich zwischen Gesamtnote 2,0 und 2,8: schlechter schnitt keiner ab.

Hierzu sei angemerkt, dass das IVFP ein Gütesiegel bewirbt, mit dem Unternehmen für sich werben können. Auf der Webseite heißt es hierzu: "Nach erfolgreichem Rating können Sie als Unternehmen ein Qualitätssiegel erwerben, das sich hervorragend zu Marketingzwecken einsetzen lässt." Die Flut positiver Ergebnisse bei solchen Anbieter-Vergleichen ist mehrfach kritisiert worden, unter anderem von den Verbraucherzentralen (der Versicherungsbote berichtete).

Sieger wurde die R+V Krankenversicherung mit Gesamtnote 1,3. Doch auf dem Siegertreppchen wird es eng: gleich sechs Versicherer teilen sich Rang zwei mit einer Note von 1,4. Dies sind die Allianz, Alte Oldenburger, DEVK, LVM, Provinzial Hannover und Signal Kranken. Auf den dritten Rängen landeten gemeinsam die Debeka und Deutscher Ring.

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Zu kritisieren wäre wie auch im jüngsten Rating zur Lebensversicherung, dass das IVFP die Namen schlechter platzierter Versicherer nicht nennt (der Versicherungsbote berichtete). Wer tatsächlich dem Verbraucher Orientierung bieten will, sollte neben den Testsiegern auch die Versicherer mit den weniger positiven Kennzahlen publizieren - schließlich gehen die Verbraucher auch mit ihnen eine lange Vertragsbeziehung ein.

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