Werbe-Gimmick oder nützlicher Zusatzbaustein? Diese Frage stellt sich angesichts eines neuen Features, das die Allianz in ihre neuen Kfz-Policen eingebaut hat. „Beitragsschutz“ heißt die Leistung und ist eben kein Rabattschutz, mit dem eine Rückstufung im Schadenfall verhindert werden kann. Sondern ein eigenständiger Baustein: der Versicherte bleibt damit vor Prämienerhöhungen verschont, wenn sich die Typ- oder Regionalklasse zu seinem Ungunsten verändern würde. Und zwar so lange, bis der Versicherte einen neuen Wagen zulässt.

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Die Kosten für den Beitragsschutz sind unterschiedlich, so berichtet die Kölnische Rundschau, die beim Versicherer angefragt hat. Wenn der Versicherungsbeitrag 1.000 Euro betrage, koste der Beitragsschutz weniger als 100 Euro. Doch lohnt sich das für den Versicherten? Laut Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist der Baustein vor allem für Autofahrer interessant, die einen einen Neuwagen haben und diesen lange nutzen wollen.

Hierbei gilt es auch zu bedenken, dass sich andere Risiken dennoch negativ auf die Prämie auswirken: etwa eine höhere Zahl an berechtigten Fahrern oder eine schlechtere Schadensfreiheitsklasse. Auch profitiert der Versicherte nicht von Verbesserungen der Typ- und Regionalklassen, wenn er den „Beitragsschutz“ vereinbart hat. Wird sein Automodell oder seine Adresse besser eingestuft, wirkt sich das nicht positiv auf die Prämie aus.

Typ- und Regionalklassen zuletzt vergleichsweise stabil

In den letzten Jahren zeigten sich sowohl Typ- als auch Regionalklassen vergleichsweise stabil. Beispiel Typklassen für das kommende Jahr 2018: Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bleiben große Umstufungen die Ausnahme. In der Haftpflicht ändert sich die Einstufung für drei Viertel aller zugelassenen Fahrzeugmodelle nicht. Ein ähnliches Bild in der Kaskoversicherung, wo die Hälfte der Fahrzeuge nicht umgestuft wird. Nur für wenige Modelle geht es mehr als eine Klasse nach oben oder unten (der Versicherungsbote berichtete).

Ein ähnliches Bild in der Regionalklasse: Hier werden knapp 5,5 Millionen Autofahrer 2018 sogar von einer besseren Einstufung profitieren (der Versicherungsbote berichtete). Wer jedoch den „Rabattschutz“ der Allianz vereinbart hat, wird auch nicht weniger zahlen, wenn die Allianz entsprechende Verbesserungen an ihre Kunden weitergeben würde. Das sollten Fahrzeughalter bedenken, bevor sie für den Rabattschutz einen Aufpreis zahlen. Sowohl Typ- als auch Regionalklassen sind zudem unverbindlich und müssen vom Versicherer nicht an ihre Kunden weitergegeben werden. Aufgrund des harten Preiskampfes in der Kfz-Sparte sehen viele Anbieter von Teuerungen ab.

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Die Allianz Deutschland hat zum Start in die aktuelle Wechselsaison ihre Kfz-Versicherungstarife überarbeitet. Mit neuen Leistungsbausteinen will sie der HUK-Coburg die Marktführerschaft in der Autoversicherung streitig machen (der Versicherungsbote berichtete). Während die HUK derzeit 11,2 Millionen Autos auf dem deutschen Markt versichert hat, kommt die Allianz auf 8,3 Millionen Fahrzeuge.

Kölnische Rundschau