Eugene Fama ist Amerikaner, Wirtschaftsprofessor und Nobelpreisträger des Jahres 2013. Er hat seine Auszeichnung aus einem Grund bekommen, den man in einen Satz fassen kann: „Die Finanzmärkte sind rational. Alle Informationen stecken im Kurs“. So lässt sich Famas wissenschaftlich erforschtes Credo zusammenfassen. Aus seiner Sicht braucht man fast keine Fondsmanager, die nach den besten Aktien oder Anleihen picken.

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Robos lauern im Smartphone

Weil Aktien langfristig je nach Index mit rund sieben bis acht Prozent rentieren, kann es kein Fehler sein, sich an Börsenindizes wie DAX, EUROSTOXX oder den US-MSCI-Index „anzulehnen“. Und weil sich das Ganze einfach bewerkstelligen, vor allem automatisieren lässt, fehlt so einem Indexfonds eigentlich nur noch eine Schnittstelle zum Kunden.

Gemeint ist der normale Mensch, zum Beispiel ein Arbeiter am Band bei BMW, den Finanzen (seien wir ehrlich) nicht interessieren.

Hier kommen seit einigen Jahren die Robo-Advisors ins Spiel. Als Idee und Technik aus den USA nach Deutschland importiert, treten inzwischen einige Finanzroboter auf dem deutschen Markt an. Und tummeln sich zunehmend im Smartphone der Menschen. Es geht nur noch darum, den Handynutzern das Geld aus den Fingerkuppen zu locken, dass die Leute mit dem Finger aufs Display tippen, erst auf dem Feld „100 Euro monatlich anlegen“ und dann genau auf dem Feld „Kaufen“. Okay, so weit sind wir noch nicht. Noch nicht im Massengeschäft.

Getestet und für gut befunden

Lohnen Roboter? Das Leipziger Finanzportal Brokervergleich.de hat im vergangenen Jahr einen Echtgeld-Test gemacht. Wie es der Name bereits andeutet, haben die Leipziger Geldprofis echtes Geld, schwört Daniel Franke, der Chef des Hauses, bei den Robos eingezahlt. Gestartet ist der Echtgeld-Test vor knapp zwei Jahren.

Für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis 31. Januar 2017 berichtet Franke diese Ergebnisse:

© Franke-Media / BrokerVergleich.de

So liegt die Performance aller seit dem 1. Mai 2016 im Test befindlichen Robo Advisors zwischen +4,6 Prozent und 9,3 Prozent. Die beiden Benchmarks, die zum Vergleich mitlaufen, liegen hingegen bei +5,30 Prozent (50 Prozent MSCI World (Aktien) und 50 Prozent Barclays Aggregate Bonds (Anleihen) beziehungsweise +8,90 Prozent (Kommer-Strategie, Weltportfolio gemischt mit „risikofreiem“ Portfolioteil).

„Vom Finanzberater zum Fintech“

Daniel Franke: „Während fast alle Anbieter im Test die passive Benchmark aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen schlagen, wird es beim Weltportfolio nach Kommer schon enger. Diese Benchmark übertreffen nur zwei der neun Anbieter.“ Dies zeigt aus Frankes Sicht, „dass der Auswahl des richtigen Robo-Advisors eine ganz besondere Bedeutung zukommt“. Er empfiehlt daher, auf einen Anbieter zu setzen, der als Finanzportfolio-Verwalter nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG (Kreditwesengesetz) mit BaFin-Erlaubnis tätig ist.

© Franke-Media / BrokerVergleich.de

Für den aktuellen Sieger Whitebox erkläre sich das Vorgehen so: Zeichnen sich unruhige Zeiten oder eine Trendwende an den Aktienmärkten ab, fährt der Roboter den Aktienanteil im Portfolio herunter, um Kursverluste zu minimieren. Im Umkehrschluss fährt er die Aktienquote hoch, wenn seine Handelsstrategien steigende Kurse anzeigen. Stehen die Robos nun in Opposition zum Finanzvermittler? Das muss jeder Vermittler für sich selbst entscheiden. Ein Anbieter auf der Liste oben denkt statt an Konfrontation an Kooperation.

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Das Unternehmen Vaamo sagt: „Wir machen Finanzberater zum Fintech“. Das Modell ist eigentlich einfach. Der menschliche Berater sagt dem Kunden, wo es langgeht, wie viel Geld wohin zu tun oder etwa fürs Alter anzusparen ist – Finanzberatung, genauer Budgetberatung pur. Powered by Finanztaschenrechner. Danach bezahlt der Kunde den Honorar-Berater und klickt sich beim Robo-Advisor seine Fonds herbei. Nicht immer, aber immer öfter je jünger.