„Die Allianz geht voran und ist Zentrum des Geschäfts, nicht ihr Opfer“, das sagte Allianz-Chef Oliver Bäte zur digitalen Zukunft seines Unternehmens. Auf dem Investorentag des Unternehmens an diesem Mittwoch stimmte Bäte die anwesende Presse auf einen anderen als den gewohnten Ablauf eines solchen Tages ein. Er wolle weniger über Bilanzen, Margen und Gewinne und mehr über die digitale Zukunft des Unternehmens zu den Besuchern sprechen.

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Einmal Allianz X sind zehnmal Knip plus Financefox

„Allianz X“ heißt das Projekt, dessen Kasse die Allianz ab dem kommenden Jahr mit bis zu 430 Millionen Euro Kapital füllen wird. Gegen diese Summe sähen sodann auch gutgestopfte digital konstruierte Startups wie Financefox oder Knip alt aus. Deren Chefs können bekanntlich in eine prall gefüllte Kasse greifen. Knip hat mehr als 14 Millionen Euro in der Kriegskasse liegen. Bei Financefox warten gut 25 Millionen Euro darauf, von Vater Helmut und Sohn Julian Teicke in produktiven Umlauf gebracht zu werden.

Für die Allianz sind die monetären Volumina von Financefox oder Knip eher Kleingeld. Einmal Allianz X sind zehnmal Knip plus Financefox (bitte die Punkt-vor-Strich-Rechenregel beachten). In Gang gesetzt wird der digitale Brutkasten der Allianz von Peter Borchers, der vormals bei „hub:raum“ für die Deutsche Telekom Startups ausgebrütet hat. Seit Oktober in Diensten der Allianz, will er für das Unternehmen neue Themen und Techniken in den Markt bringen.

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Und die Mitbewerber der Allianz? Die hat Konzernchef Oliver Bäte am Mittwoch gescholten. Außer dass sie Sparprogramme bastele oder Aktien zurückkaufe, falle der Allianz-Assekuranz-Konkurrenz nicht viel ein. Bäte hat die gemeinten Versicherer nicht namentlich genannt. Aber bekanntlich machen Axa, Generali und Zurich zurzeit vor allem durch Sparprogramme von sich reden. Die Allianz, sagte sie am Mittwoch, investiert stattdessen pro Jahr 650 Millionen Euro in die digitale Zukunft, plus X.