Die wahren Kosten einer Versicherung zeigen sich im Schadenfall, wenn sich entscheidet, ob der Versicherer den entstandenen Schaden ganz oder nur teilweise bezahlt. Bei der Kfz-Versicherung ist es für Laien noch etwas komplizierter, weil dort etwa nach einem Haftpflichtschaden die Prämie steigt. „Finanztest“ hat in seinem November-Heft ermittelt, um wie viel die Prämien insgesamt steigen, bis ein Versicherter nach einem Schaden in Schadenfreiheitsklasse (SF) 15 wieder in SF 35 angekommen ist.

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In dem angeführten Beispiel ermittelten die Finanztester bei der Bayerischen mit 1.895 Euro die geringsten Mehrkosten, die ein Unfallfahrer gegenüber dem schadenfreien Fahrer hat. Andere Anbieter, namentlich nennen die Tester sie nicht, verlangen nach einem Unfall in Summe bis zu 3.000 Euro Mehrprämie von ihrem Kunden. In der Weise der Betrachtung der Kosten nach Rückstufung widmet sich „Finanztest“ weiterhin verstärkt den Preisen der Produkte („Schnäppchenzeit“), die das Magazin für seine Leser untersucht.

Schadenregulierung nicht untersucht

Qualitativ ist das Magazin weniger ergiebig. In einem Kommentar auf ihrer Internetseite schreiben die Tester: „Leider haben wir noch keine Möglichkeit gefunden, die Schadenregulierung so zu untersuchen, dass wir sie in die Bewertung einbeziehen können.“ Schade. Gerade das würde den Leser interessieren: Welcher Versicherer zahlt wie viel, wenn es knallt? Dabei geht es nicht um die eigentliche Summe der Entschädigung, sondern auch um das Leistungsverhalten, das bis auf Weiteres ungetestet bleibt.

Beim Preis einer Kfz-Police weisen die Finanztester darauf hin, dass so genannte Rabattretter, die den Kunden nach einem Schaden von SF-Rückstufung bewahren, bei der Prämie bis zu einem Viertel Zuschlag ausmachen. Lohnenswert seien Anfragen bei den Versicherern, ob das zu versichernde Fahrzeug über eine Sondereinstufung günstiger versicherbar ist. Hierzu seien 25 Anbieter bereit, allerdings oft nur für bestimmte Tarife.

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Genaueres zu Prämie und Versicherungsschutz sollen „Finanztest“-Leser gegen Zahlung von 7,50 Euro erfahren. Dafür erhalten die Interessenten dann eine Liste, auf der sie die Angebote der Assekuranz vergleichen können. Besser macht das ein Versicherungsmakler. Mit dem kann der Mensch auch reden, der kennt auch die Details. Die besten Kfz-Verträge hat aktuell auch Franke und Bornberg ermittelt, anhand der Vertragsbedingungen (Versicherungsbote vom 19. Oktober 2016).