Das Magazin „Bilanz“ beruft sich in einer Meldung von Donnerstag auf „Insider“ der Zurich Insurance Group. Offenbar will das Unternehmen keine Zeit verlieren und den Angaben zufolge bereits den Londoner Headhunter MWM Consulting beauftragt, einen neuen Chef für die Zurich zu suchen. MWM ist in der schweizerischen Geldbranche kein Unbekannter. So sollen die Personalberater mit Tidjane Thiam bereits der Credit Suisse kürzlich zu einem neuen "Ersten Mann" verholfen haben.

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Q3-Gewinn um 80 Prozent eingebrochen

Als Grund für den mutmaßlich angestrebten Chefwechsel bei der Zurich vermutet das Wirtschaftsportal „Bloomberg“ unzufriedene Aktionäre und berichtet von einem Gewinneinbruch im dritten Quartal dieses Jahres um fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf jetzt nur noch 207 Millionen US-Dollar (umgerechnet gut 190 Millionen Euro). Auch wegen der schlechten Ertragslage soll die Zurich laut „Bloomberg“ den Kauf des britischen Konkurrenten RSA zum ohnehin umstritten hohen Preis von angeblich 5,6 Milliarden Pfund (knapp 7,9 Milliarden Euro) abgeblasen haben.

Außerdem ist das Unternehmen nach dpa-Angaben mit umgerechnet etwa 255 Millionen Euro Schadenaufwand an der Explosion im August im Hafen von Tianjin (China) belastet. Ob Senn wirklich gehen muss? „Wir kommentieren Marktgerüchte oder Spekulationen grundsätzlich nicht“, so zitiert das Magazin „Bilanz“ eine Sprecherin der Zurich.

Martin Senn, 58 Jahre alt und seit 2010 auf dem am weichsten gepolsterten Sessel der Zurich, gehört zu den am besten verdienenden Managern im Land der Eidgenossen. „Mit 7,2 Millionen Franken (umgerechnet 6,65 Mio. Euro) fiel die Lohntüte von Zurich-Chef Martin Senn im vergangenen Jahr üppig aus“, berichtete „Bilanz“. Mehr hat in der Schweiz den Angaben zufolge bisher nur ABB-Chef Ulrich Spiesshofer verdient.