So lag die Sparquote für das Alter (Anteil des angesparten Einkommens) im Jahr 2014 bei 9,5 Prozent und ist damit leicht gestiegen. „Die höhere Sparquote kann aber nur vordergründig zufriedenstellen, denn immer weniger Menschen beschäftigen sich mit ihrer Absicherung im Alter. In dieser Entwicklung zeigt sich ganz klar eine Erosion des langfristigen Vorsorgeverhaltens. Die Ursache ist das unnatürlich niedrige Zinsniveau“, erklärte Fahrenschon.

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40 Prozent der Deutschen haben keine Lust auf Altersvorsorge

Legt denn noch jemand was fürs Alter zurück oder macht sich Desillusionierung und Resignation bemerkbar? Die aktuelle DSGV-Umfrage jedenfalls offenbart, dass inzwischen vierzig Prozent der Deutschen darauf verzichten, monatlich noch etwas für ihre Altersvorsorge abzuzweigen. Vor zwei Jahren bewegte sich dieser Wert noch bei 32 Prozent. Und nunmehr vierundzwanzig Prozent der Deutschen haben das Sparen inzwischen ganz aufgegeben (siehe Grafik).

Bedenkt man die demografischen Entwicklungen in der Bundesrepublik und deren Folgen auf die gesetzliche Rentenversicherung, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass hier eine große Versorgungslücke zu erwarten ist. Der niedrige Zins trägt darüber hinaus noch sein Übriges zu dieser Entwicklung bei.

Anteil der Menschen, die keine Altersvorsorge betreiben. Quelle: Sparkasse 2015

Schere in der Bevölkerung öffnet sich immer weiter

Fahrenschon findet dieses sich abzeichnende Szenario sehr besorgniserregend: „Die Schere in der Bevölkerung geht auseinander: Bezieher höherer Einkommen können einigermaßen mit der Niedrigzinsphase umgehen, mittlere und kleine Einkommen geraten bei ihrer Altersvorsorge immer mehr auf eine schiefe Bahn.“ Er spricht deshalb eine Forderung nach einer vermögenspolitischen Initiative der Politik aus, um diese Entwicklung in den Griff zu bekommen, denn die sozialen Sicherungssysteme werden diese Versorgungslücke keinesfalls ausfüllen können.

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Sparen lohnt sich - für wen?

Der Zinsstand eröffne aber auch gleichzeitig gewisse Möglichkeiten: Denn es blieben da ja noch die zinsbedingten finanziellen Spielräume der öffentlichen Hand. Diese Spielräume könnten die private Vermögensbildung bei geringeren Einkommen weitaus optimaler unterstützen, als man dies derzeit leider beobachten müsse: „Die Politik muss deutlich machen, dass sich eine eigene Altersvorsorge lohnt“, so Fahrenschon. Doch ist der Zins keine Naturkatastrophe und "die Politik" in keinem Moment abgekoppelt von der Zinsentwicklung. Vielleicht wäre es ehrlicher, wenn diese Dinge nicht immer als voneinander losgelöste Phänomene präsentiert würden.

http://www.dsgv.de/de/presse/pressemitteilungen/151027_PM_Weltspartag_Sparverhalten_67.html