Die staatliche geförderte Altersvorsorge schwächelt - das beweisen auch die jüngsten Zahlen. Rechnet man Vertragsabgänge und Kündigungen in die Bilanz mit ein, dann hat man im Resultat den Netto-Neuzugang. Im Bereich von Riester-Rentenversicherungen offenbarte sich dieser Netto-Neuzugang nach Angaben des BMAS für den Untersuchungszeitraum von April bis Juni 2015 als rückläufig, zum nunmehr fünften Mal innerhalb der jüngsten sechs Quartale. Nur für das Schlussquartal 2014 zeigte sich ein positiver Trend, wie das Versicherungsjournal berichtet.

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Das Minus bei den Versicherungen fiel mit 32.000 Verträgen im zweiten Jahresquartal um ein Drittel höher aus als im ersten Quartal 2015. Im Zeitraum von Januar bis Juni des aktuellen Jahres schwanden gar 50.000 Policen dahin. Auch bei den Banksparplänen gab es leichte Rückläufe zu verzeichnen, allerdings waren sie hier weniger dramatisch als bei den Riester-Versicherungen.

Wohn-Riester gibt Hoffnung

Das Plus bei den Investmentfonds-Sparplänen im Untersuchungszeitraum von April bis Juni mit 3.000 Verträgen blieb allerdings merklich hinter den Werten des Auftaktquartals zurück. Bei den Wohn-Riester-Verträgen hingegen hat sich mit 65.000 fast eine Verdopplung zum Vergleichszeitraum zwischen Januar und März ergeben. Zum Stichtag 30. Juni existierten insgesamt 16,349 Millionen Riester-Verträge.

Den höchsten Marktanteil an den einzelnen Riester-Varianten hatten zum Ende des zweiten Quartals 2015 die Riester-Versicherungen (67,1 Prozent) vor den Fondssparplänen (18,9 Prozent), Wohn-Riester (9,0 Prozent) und Banksparplänen (5,0 Prozent).

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Hohe Zahl ruhend gestellter Verträge

Den Anteil der ruhend gestellten Riester-Verträge, das sind all jene, bei denen gegenwärtig keine Beitragszahlungen in der Ansparphase mehr geleistet werden, schätzt das BMAS nach wie vor auf knapp ein Fünftel. Und das ist das Problem: Das Ministerium schätzt in Ermangelung konkreter Zahlen. Versicherungsbote hat bereits Ende August darauf aufmerksam gemacht, dass es endlich einmal belastbare Zahlen hierzu geben müsste.

versicherungsjournal.de, versicherungsbote.de