Hersteller wie Mercedes oder Opel arbeiten mit großen Versicherungen zusammen, andere Marken bieten eigene Policen an, darunter VW und Toyota. Laut Finanztip findet man selbst im Internet kaum heraus, was die Versicherungen überhaupt kosten sollen. Dabei wurden acht große Autohersteller auf dem deutschen Markt mit je vier verschiedenen Profilen untersucht. Nur Mercedes stellte einen Online-Rechner bereit, vier weitere Hersteller schickten nur auf Anfrage die Konditionen zu, die großen Autobauer Toyota und VW wollten an der Erhebung nicht teilnehmen.

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Autohändler sind doppelt so teuer

Ob man seine Kfz-Versicherung beim Autohändler abschließt oder online, machte durchschnittlich einen Unterschied von 51 Prozent aus. Auf dem Vergleichsportal Check24 oder Nafi-Auto konnten auch Extras günstig mit abgeschlossen werden. Meist seien diese aber auch noch überflüssig und würden keineswegs den erhöhten Preis der Autohändler erklären, meint Finanztip.

Manchmal finden sich aber auch beim Händler attraktive Sonderaktionen, die sich lohnen: Renault bot hier für einen Clio eine um 21 Prozent günstigere Versicherung an als im Online-Rechner. Andererseits kostete der BMW eines Rentners über Nafi-Auto rund 400 Euro, das vergleichbare Angebot von BMW selbst lag bei 800 Euro im Jahr.

Allianz kooperiert mit Ford und Volkswagen

Der Trend, dass Versicherer und Autohersteller kooperieren, setzt sich fort. Bereits 2012 vertiefte die Allianz ihre Zusammenarbeit mit Volkswagen und bot unter dem Namen „Volkswagen Autoversicherung AG“ Kfz-Versicherungen an. Seit Oktober 2014 wurde dann eine Kooperation mit Ford geschlossen. Die sogenannten "Ford Auto-Versicherungen" beinhalten neben der Kfz-Versicherung auch umfangreiche Serviceleistungen wie beispielsweise Schadenabwicklungen in einer Ford-Werkstatt. Gemeinsam arbeiten Ford und Allianz an weiteren Vernetzungen wie zum Beispiel Fahrassistenzsystemen.

Mitte letzten Jahres boten Allianz und VW beim Neukauf eines VW-Polo und Up! eine Vollkaskoversicherung für unschlagbare 19,90 Euro monatlich an. Für 24 Monate sollten Kunden, die mindestens 23 Jahre alt sind, nur 19.90 Euro monatlich zahlen. Im Vergleich zu anderen Versicherern, die im günstigsten Falle 800 Euro Jährlich verlangten, war die Police über zwei Drittel günstiger. Subaru zog einen Monat später nach und wollte einen Fixpreis von 39 Euro im Monat beim Kauf eines Subaru-Modells einführen.

Diese Verbindung ist sowohl für Hersteller als auch für Versicherer sehr profitabel: „Die Kooperation mit der Allianz bietet eine exzellente Möglichkeit, unseren Kundenservice über das reine Automobil hinaus deutlich zu erweitern“, sagte Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH in einer Pressemitteilung 2013. Gleiches dürfte auch für die Allianz gelten, die mit passgenauen Allianz-Versicherungslösungen ebenso vom Verkauf beim Händler profitiert.

Vergleichen sollte man überall

"Sowohl im Autohaus als auch über das Internet müssen Verbraucher bei der Autoversicherung genau hinschauen und vergleichen", rät Finanztip-Expertin Krempel. Wichtig sei es, dass Autofahrer für die Haftpflicht eine genügend hohe Deckungssumme vereinbaren. Der Fahrerkreis sollte möglichst klein gehalten werden und die Kilometerangaben sollten lieber später noch einmal nach oben korrigiert werden, als zu hoch angesetzt.

Insgesamt schlagen die Online-Angebote die Versicherungen direkt vom Händler. Doch bei Kampfansagen der Autohäuser mit Sonderaktionen, wie eben von VW oder Renault, kann dann auch der Online-Handel nicht mithalten. Hier gilt es also immer die Augen auf zu halten und zu vergleichen.

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Finanztip