Beitragserhöhung – Noch wird nur spekuliert. Doch der Verlust von einer halben Milliarde Euro lässt kaum eine andere Schlussfolgerung zu. Alleine die Innungskrankenkasse verzeichnet ein Defizit von 118 Millionen Euro, gefolgt von den Allgemeinen Osrtskrankenkassen AOK mit 110 Millionen und den Betriebskrankenkassen mit rund 100 Millionen Euro. Auch die Bundesregierung geht, laut Informationen der Bild, von einer Beitragserhöhung aus.

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Krankenkassenbeiträge: Anstieg 2016 vermutlich auf 15,8 Prozent

Laut des Finanzplans von Wolfgang Schäuble ist von einer "Steigerung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags bei der Gesetzlichen Krankenversicherung" die Rede. Der Durchschnitt liege zur Zeit bei 15,5 Prozent. Experten rechnen mit einer Steigerung von 0,3 Prozent.

Steigende Kosten bei Gesundheitsversorgung

Der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach erwarte für das kommende Jahr eine neue Beitragsdebatte, schrieb die t-online. Grund sei der medizinische Fortschritt. Auch die Alterung der Gesellschaft und der Bedarf an Pflegepersonal könnten Gründe für eine Preissteigerung sein.

Martin Litsch, Interimsvorstand des AOK-Verbandes sagte der FAZ „Die Ausgaben steigen mit rund 4 Prozent viel schneller als die Einnahmen, die AOK müssen deshalb Rücklagen zur Beitragssatzstabilisierung einsetzen. Dieser rasante Ausgabenanstieg ist auf Dauer nicht finanzierbar.“ Laut FAZ beziehe sich das vor allem auf die deutliche Preissteigerung bei Arzneimittel- und Krankenhausausgaben.

Zusatzbeiträge könnten auf 1,4 bis 2 Prozent steigen

Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanzieren je zur Hälfte den Krankenkassenbeitrag. Seit Beginn dieses Jahres ist dieser bei 14,6 Prozent festgelegt. Kommen Krankenkassen mit dem Geld nicht aus, können sie bei den Versicherten Zusatzbeiträge erheben. Gesundheitsexperte Lauterbach empfiehlt allerdings, auch Arbeitgeber künftig wieder mehr in die Pflicht zu nehmen und sich an Kostensteigerungen zu beteiligen.

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Erst jetzt im Oktober wird Bundesminister Hermann Gröhe (CDU) die Höhe des Zusatzbeitrages festlegen. Zur Zeit beträgt der Satz durchschnittlich 0,83 Prozent des Arbeitseinkommens. Gröhe gehe allerdings nicht davon aus, dass dieser Satz zu halten sei. Derweil kritisierte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink die Versprechungen von Minister Hermann Gröhe (CDU). Diese "waren nur Augenwischerei. Klar ist: Bis 2017 werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Zusatzbeiträgen von 1,4 bis 2 Prozent rechnen müssen.", erklärte Klein-Schmeink gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.