Trotz oder gerade wegen der großen Medienpräsenz der staatlich geförderten Altersvorsorge ist es so, dass seit dem ersten Quartal 2013 mehr Sparer einen Vertrag kündigen als neu abschließen. Jeder fünfte Riester-Inhaber hat zudem seinen Vertrag ruhend gestellt, zahlt also aktuell keine Beiträge ein. Riester befindet sich in einer Krise.

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Riester verunsichert Verbraucher

Das kann daran liegen, dass die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte derart schlecht beleumundet sind. Oder aber daran, dass sich die Deutschen in der Finanzkrise sträuben, sich langfristig festzulegen. Es mag aber auch sein, dass es den Verbrauchern angesichts der langfristigen, vertragsimmanenten aber intransparenten Kosten der verschiedenen Verträge schwerfällt, genau das Produkt aufzuspüren, das am besten zu ihnen passen würde. Kurzum: "Auf Seiten der Verbraucher hat sich eine gewisse Verunsicherung breit gemacht", sagt Thomas Hentschel, Altersvorsorgeexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Das liegt nach Einschätzung der Experten auch an der fehlenden Transparenz der Verträge. Die Informationen über tatsächliche Kosten einer staatlich geförderten Altersvorsorge sind nicht einsehbar. „Der Kunde hat keine Chance, das optimale Produkt zu finden“, erklärte Mark Ortmann, Geschäftsführer des Instituts für Transparenz (Berlin) in einer Sitzung des Finanzausschusses am Mittwoch. Der Kunde muss vertrauen. Und Vertrauen sei dieser Tage schwierig, die Leute plage Zukunftsangst. Die Verunsicherung des Verbrauchers bei der Wahl der richtigen Altersvorsorge nimmt auch nach Vertragsabschluss nicht ab. Denn staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge, wie beispielsweise die Riester-Renten-Verträge, überraschen die Kunden nach Vertragsabschluss häufig mit vorab nicht erkennbaren tatsächlichen Kosten.

Kosten können intensiv werden

Problematisch bei den Riester-Renten ist, dass sie sehr kostenintensiv sein können, dies ist insbesondere für Versicherungen zu bedenken. Denn die Anbieter berechnen bei Riester häufig höhere Kosten, als sie es bei ungeförderten Verträgen täten. Ortmann legte den Abgeordneten eine Untersuchung seines Instituts über die verborgenen Kosten bei diesen Finanzprodukten vor. Im Resultat seiner Präsentation formulierte Ortmann die Empfehlung, in die Produktinformationsblätter Angaben über die Kosten eines Produkts aufzunehmen. Dabei wäre es wichtig, dass alle effektiven Kosten für alle Anbieter von Finanzprodukten ganz exakt definiert würden.

Weiterhin machte Ortmann den Vorschlag, die effektiven Kosten solcher Verträge zu begrenzen. Zur Untermauerung dieses Vorschlags zeigte Ortmann mehrere Optionen auf, wie dies möglich werden könnte. Allerdings, so Ortmann, müsse der Fehler vermieden werden, die Obergrenzen zu niedrig anzusetzen. Geschähe dies, dann würden einige Anbieter zwangsläufig den Markt verlassen. „Eine zu starke Kostenbegrenzung schränkt das Angebot ein“, erklärte Ortmann.

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Nun liegen einige Vorschläge auf dem Tisch, mehr Transparenz muss her und der Wille dazu auch. Der Finanzausschuss wenigstens hat angekündigt, sich weiter mit dem Thema Kosten von staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen zu befassen.

süddeutsche.de, HiB Nr. 149 (Heute im Bundestag)