Sorgen um das persönliche Umfeld im Alter

Die größte Angst haben die 1.513 im September befragten Bürger zwischen 20 und 70 Jahren vor Pflegebedürftigkeit, Verlust an Selbstständigkeit und Krankheit. In der von der Gothaer beauftragten repräsentativen Studie beschäftigten sich 63, 61 und 58 Prozent der Befragten mit diesen Themen im Hinblick auf das Rentenalter. 47 Prozent sind der Meinung, dass die Rente im Alter nicht ausreichen wird. Dabei fiel auf, dass sich vorwiegend die mittlere Altersgruppe zwischen 31 und 50 Jahren Sorgen um finanzielle Einbußen im Alter macht.

Die gesetzliche Rente verliert an Glaubwürdigkeit

„Die Rente ist sicher“ verkündete der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm im Wahlkampf 1986. Diese Aussage hat jedoch in der Bevölkerung stark an Glaubwürdigkeit verloren. 83 Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, dass dieser Satz für Sie heute keine Gültigkeit mehr hat. Da die Rentensicherheit den Bürgern große Sorgen bereitet, rückt die aktuelle Ausgestaltung der Rente und deren Reformbedürftigkeit immer mehr in den Fokus. Daher halten bereits ein Drittel den Generationenvertrag für nicht mehr gerecht. Im Alter von 31 bis 40 Jahren sind sogar 40 Prozent der Meinung, dass in dessen Rahmen die jüngere Generation zu stark belastet wird. 50 Prozent der Deutschen würden ihr Geld lieber privat anlegen und selbst verwalten.

Rentenreform gefordert

Für Reformen bei der gesetzlichen Rente spricht sich die große Mehrheit der Befragten aus. Doch die Politik steuert an der Lebenswirklichkeit vorbei. Die Rente mit 63 halten zwar 56 Prozent für vertretbar, 58 Prozent könnten sich jedoch vorstellen, länger als bis zum 65. Lebensjahr zu arbeiten. Die Gründe hierfür überraschen: Mit 77 Prozent liegt der Spaß an der Arbeit an der Spitze. Finanzielle Gründe sind für 60 Prozent die Motivation, länger zu arbeiten. Anstatt eines starren Renteneintrittsalters wünschen sich die Bürger einen flexibleren Übergang ins Rentnerleben.

Große Angst vor finanziellen Einbußen im Rentenalter

Die Deutschen sind mehrheitlich mit ihrer aktuellen finanziellen Situation zufrieden. Weniger zufrieden oder sogar unzufrieden zeigten sich im Rahmen der Studie nur 30 Prozent. Mit dem Blick auf das Alter zeigt sich allerdings ein anderes Bild: 77 Prozent der Befragten rechnen mit finanziellen Einbußen im Alter.

Der Wichtigkeit der privaten Vorsorge sind sich daher 43 Prozent der Befragten bewusst. Bei den unter 30-jährigen sind es sogar 64 Prozent, die der Meinung sind, mehr private Vorsorge betreiben zu müssen. Als Hauptgrund für eine mangelnde Vorsorge nennen 77 Prozent fehlendes Geld.
Im Rahmen der privaten Vorsorge bleibt mit 47 Prozent die Lebensversicherung die beliebteste Vorsorgeform. An zweiter Stelle folgen mit 40 Prozent Immobilien.

Veränderungen im Rentensystem notwendig

Dr. Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer-Versicherungen fasst die Studienergebnisse wie folgt zusammen: „Diese Studie zeigt sehr deutlich, dass den Bürgern immer stärker bewusst wird, dass das deutsche Rentensystem in seiner heutigen Form an seine Grenzen stößt und dass die nachwachsenden Generationen durch den demografischen Wandel über Gebühr belastet werden. Zu Recht fordern die Menschen eine Reform des Rentensystems“.

Die Einführung einer obligatorischen betrieblichen Altersvorsorge hält er für einen wichtigen Reformansatz. 53 Prozent der Befragten befürworteten diesen Punkt im Rahmen der Studie. „Aber aus unserer Sicht bedarf es noch tiefgreifenderer Veränderungen hin zu einem zumindest zu einem Teil kapitalgedeckten System“, so Eichmann weiter. Als sehr positiv bewertet er, „dass die Menschen ihre Alterseinkünfte mittlerweile recht realistisch einschätzen und die Notwendigkeit einer privaten Vorsorge erkennen“. Die Versicherungsbranche sei dabei gefragt, „flexible und finanzierbare Angebote zu machen“.