Die Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen erhoffen sich einen noch höheren Anteil am Geschäft mit Kfz-Versicherungen. Das berichtet Versicherungsmagazin Online anlässlich eines Pressegesprächs in München. „Der Markt bleibt umkämpft und die Margen werden enger“, zitiert das Blatt Henrich Blase, Geschäftsführer des Onlineportals Check24. Aber bereits im vergangenen Jahr habe das Unternehmen fast 30 Prozent mehr Umsatz erzielt, wobei die Kfz-Tarife wichtigste Sparte seien: Von einer rund Million Policen entfielen 700.000 auf Autoversicherungen. „In diesem Jahr wollen wir 1,5 Millionen Versicherungsverträge vermitteln“, so Blase.

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Mittlerweile auch Erlöse aus Bestandsprovisionen

Mittlerweile würden die Vergleichsportale auch Erlöse durch Bestandsprovisionen erzielen, teilt Check24-Chef Blase weiter mit. „Wir leben aber vor allem von unserer Qualität und der Zufriedenheit der Kunden, die dann wiederkommen.“ So seien fast alle Mitarbeiter, die per Telefon beraten, Versicherungsfachleute. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Strom-, Reise- und Preisvergleiche an.

Das Problem: Weiterhin kann kein Kfz-Vergleichsportal die gesamte Palette an Versicherungen aufweisen. Bei Check24 fehlen etwa die Tarife des Marktführers HUK-Coburg, der derzeit ihre Angebote der Direktversicherungstochter HUK24 exklusiv über Verivox vertreibt. Dennoch habe man mit 209 Tarifen die Nase vorn. Es folgen die Portale geld.de (92 Tarife), ino24 (62 Tarife) und Verivox (53 Tarife).

Eingeschränkte Transparenz

Ein weiteres Problem: nicht immer ist gewährleistet, dass Vergleichsportale wirklich unabhängig sind. Bei mehreren Portalen haben sich Versicherungen eingekauft oder halten komplett die Fäden in der Hand. So arbeitet z.B. Verivox eng mit der HUK Coburg zusammen. Zwar werden die Portale zunehmend zu Transparenz verpflichtet, so dass sie etwa ausweisen, welche Versicherungen nicht gelistet sind. Dies erfährt der Kunde aber häufig erst, nachdem er eine Suchmaske ausgefüllt hat und ein Angebot erhielt.

Auch kann der Kunde oft nicht nachvollziehen, warum ihm ein bestimmtes Angebot unterbreitet wird – ein anderes hingegen nicht. So sieht sich das Internetportal Geld.de derzeit mit dem Vorwurf konfrontiert, Produkte der Hanse Merkur zu bevorzugen, nachdem der Versicherer dem Betreiber des Portals 40 Millionen Euro lieh (Versicherungsbote berichtete).

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Der Versicherungsexperte Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski hegt sogar grundsätzliche Zweifel an Online-Portalen. Versicherungsvergleiche im Internet seien oft "irreführend und wettbewerbsverzerrend", erklärte Schwintowski im Versicherungsbote-Interview. "Alle Portale, die die Vermittlung von Versicherungen anbieten, geben vor Beginn der Beratung nicht die erforderlichen Statusinformationen, also ob sie Makler oder gebundener Vermittler sind. Und sie beschäftigen sich nicht mit den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Kunden, so wie es das Versicherungsvertragsgesetz vorschreibt", so die Begründung. Außerdem sei die Beratungsdokumentation oft unzureichend.

Versicherungsmagazin