Das Marktsegment „Biometrie-Produkte“ zählt zu den Hoffnungsträgern im Versicherungsgeschäft. Auch unabhängige Versicherungsmakler gehen in diesem Segment von einer steigenden Nachfrage aus. Das mag kaum verwundern: Während andere Sparten wie die klassische Lebensversicherung kritisch in den Medien diskutiert werden, betont bei Biometrie-Risiken sogar der Verbraucherschutz, wie wichtig eine Absicherung ist. Themen wie Burn-Out oder Gelenkverschleiß schaffen es auf die Titelseiten der großen Magazine, so dass auch die Kunden sensibilisiert sind.

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Aber welche Erwartungen haben die Versicherungsmakler an den Biometrie-Markt? Dies wollte das Kölner Analysehaus HEUTE UND MORGEN wissen und startete eine Expertenbefragung im Rahmen der Studienreihe „Klartext Assekuranz: Marktperspektiven aus Maklersicht“. Im Fokus standen relevante Marktentwicklungen, Produkt- und Anbieterpräferenzen, Bedingungswerke und die Auswahlkriterien in den Bereichen Berufsunfähigkeit, Dread Disease und funktionelle Invaliditätsabsicherung.

Selbstständige Berufsunfähigkeitspolicen sind das „Königsprodukt“

Die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt aus Maklersicht das „Königsprodukt“ bei den biometrischen Risiken. Nur diese Policen könnten den Kunden ein „erstklassisches Leistungsspektrum“ bieten, argumentierten die Makler. Weit weniger Ansehen unter den Vermittlern genießen hingegen die Angebote des alternativen Biometriemarktes, etwa sogenannte „Dread Disease Versicherungen“ oder die funktionelle Invaliditätsabsicherung. Diese Alternativprodukte werden eher als Ersatz oder Zusatz definiert, falls sich ein Mandant den teuren BU-Schutz nicht leisten kann oder aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt wurde.

Auf die Frage hin, wie sich der BU-Markt entwickelt habe, sehen die Befragten sowohl Licht als auch Schatten. Infolge des wachsenden Wettbewerbs nehmen die Makler insgesamt deutliche Verbesserungen und höhere Leistungsstandards bei den BU-Policen der letzten Jahre wahr. Dennoch bleiben aus Maklersicht bei einzelnen Anbietern noch zu viele Fallstricke oder Aushebelungen im Kleingedruckten bestehen.

Zunehmend restriktive Annahmepolitik bei BU-Policen

Generell beobachten die Makler eine zunehmend restriktive Annahmepolitik der Versicherungsgesellschaften. Das führt zu dem Paradoxon, dass genau jene Berufsgruppen, die eine BU am dringendsten brauchen würden, aufgrund sehr hoher Risikozuschläge sich keinen Schutz leisten können. Aus Maklersicht gilt es hier, zusätzliche Stellschrauben und flexible Bedingungswerke zu entwickeln, die den Beitrag senken können.

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Mehrheitlich mahnen die Makler eine größere Transparenz der Produktgeber bei ihrer Annahmepolitik an. Zudem wünschen sie sich eine bessere Einsicht in die Entscheidungsparameter beim Prüfverfahren, um die Kunden noch besser und gezielter beraten zu können. Kritisch betrachtet wird zudem die häufig wechselnde Berufsgruppeneinteilung in den BU-Bedingungswerken der Versicherer, die eine klare Orientierung erschwere.

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