Uli Hoeneß gehört nicht nur für seine Verdienste um den FC Bayern München ein Denkmal gebaut. Akribisch hatte er den Münchener Verein zum finanziellen top-aufgestellten Weltklub gelotst. Dabei betonte er immer wieder nichts auf Pump zu machen, sondern Einkäufe aus dem Festgeldkonto zu finanzieren.

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Fall Hoeneß lässt Zahl der Selbstanzeigen steigen

Nun muss sich der deutsche Staat fast wieder bei Uli Hoeneß bedanken. Grund dafür ist die sprunghaft gestiegene Anzahl der Anzeigen wegen Steuerhinterziehung dank des Fall Hoeneß. Dieser hatte auf ein Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland gehofft und war nach dessen scheitern ins Visier der Ermittler geraten (der Versicherungsbote berichtete: "Steuerskandal - Uli Hoeneß nach Selbstanzeige im Visier der Steuerfahnder").

Daraufhin stieg die Angst bei Steuersündern und mit ihr die Zahl der Selbstanzeigen. Für 2013 rechnet die deutsche Steuergewerkschaft mit rund 15.000 Anzeigen. Das wäre rund die Hälfte mehr als im Vorjahr. Gegenüber der Bild Zeitung erklärte Thomas Eigenthaler, Chef der Steuergewerkschaft, dass der Fiskus dadurch mit 500 bis 600 Millionen Euro mehr kalkulieren könne.

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Mittlerweile treibt die Vielzahl der Anzeigen wilde Blüten. So berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung das Finanzämter mancherorts kaum noch mit der Abarbeitung der Selbstanzeigen nachkämen. Daher müssten vermehrt reguläre Steuererklärungen ungeprüft durchgewunken werden.

Frankfurter Allgemeine Zeitung