Der Riesterfaktor wurde 2001 im Rahmen der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung eingeführt. Durch den Riesterfaktor soll die private Altersvorsorge gefördert werden. Seit 2002 reduzierte dieser Faktor jedes Jahr die Rente um jeweils 0,5 Prozent mehr. 2011 sollte die Grenze bei 4 Prozent erreicht sein. Jedoch wurde die Anpassung des Riesterfaktors in den Jahren 2007 und 2008 vom damaligen Bundesarbeitsminister Olaf Scholz ausgesetzt, so dass sich dieser Faktor auch 2013 erhöht und die Rente reduziert.

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Der Nutzen der staatlich geförderten Altersvorsorge, der Riester-Rente ist indes umstritten. Die Einführung selbst war das Ergebnis einer erfolgreichen Lobby-Arbeit der Versicherungsgesellschaften und wurde durch die SPD-Regierung unter Bundeskanzler Schröder 2002 eingeführt. Das größte Problem der Riester-Rente ist, dass sie denjenigen, denen sie helfen soll nichts nützt, da die Altersbezüge aus der Riester-Rente dem Anspruch auf Grundversorgung angerechnet werden. Viele der heutigen Beschäftigten, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, werden im Rentenalter unter der Grundversorgung liegen und einen Anspruch auf Aufstockung aus den Sozialkassen haben. Bisher hat nur die Hälfte der gesetzlich Versicherten eine Riester-Rente abgeschlossen. Der Riester-Faktor kommt deshalb nur einem Teil der Bevölkerung zugute.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, stellt fest, dass alleine durch die Abschaffung des Riester-Faktors die Renten um 0,26 Prozent steigen können. Eine Rentensteigerung hält Frau Mascher für dringend notwendig, weil die Kaufkraft durch die Inflation seit dem Jahr 2000 im Osten um 20 Prozent und im Westen um 17 Prozent gesunken ist. Der VDK ist der größte Sozialverband in Deutschland und hat heute über 1,6 Millionen Mitglieder. Der Verband ist parteipolitisch und konfessionell neutral. Er bietet unter anderem auch eine Beratung zur Gesetzlichen Rentenversicherung an.