Bundesgesundheitsmisister, Daniel Bahr, sieht das jedoch gelassen und verweist auf die Anfangsschwierigkeiten der Riester-Rente. Dort hagelte es beim Start auch viel Kritik, letztendlich entwickelte sich das Produkt für viele Gesellschaften zum Verkaufsschlager. Größter Kritikpunkt an der Pflege-Bahr ist, dass die aktuellen Produkte oft teuerer sind, als bisherige private Pflegezusatzversicherungen (Pflege-Bahr - Zwischen Zurückhaltung und Euphorie, Versicherungsbote).

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Nach Angaben der Gesellschaften, ist momentan die Signal Iduna mit 2000 verkauften Verträgen führend. Es folgt die Barmenia mit 1400 Policen und die HUK Coburg mit 600 Verträgen. Alle drei Gesellschaften hatten bereits zum Jahresanfang ein Produkt am Start.

Die stattliche geförderte Pflegezusatzversicherung, die Pflege-Bahr, ist im Kern nichts weiter als eine Pflegetagegeldversicherung. Solche Produkte werden bereits von privaten Krankenversicherungsunternehmen angeboten doch die bisherigen Produkte passen nicht ins Schema der gesetzlichen Regelung. Die Pflege-Bahr schreibt die Mindest-Sätze in den einzelnen Pflegestufen vor, es dürfen keine Gesundheitsfragen gestellt werden, dafür haben Versicherte eine Wartezeit von 5 Jahren und der Beitrag muss über 15 Euro pro Monat liegen, sonst gibt es die 5 Euro vom Staat nicht.

Von den 42 Krankenversicherungsunternehmen bieten bis jetzt 12 Gesellschaften so eine Pflege-Bahr an. Bis Mitte 2013 darf mit ca. 20 Anbietern gerechnet werden. So ist auch verständlich, weshalb noch viele Kunden zögerlich reagieren und auch Versicherungsmakler sind besser beraten, wenn sie auf eine größere Produktpalette warten. Viele Gesellschaften ergänzen ihre Pflege-Bahr Angebote mit sogenannten Plus-Produkten, die die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen aufwerten. So gibt es Angebote zum Entfall der Wartezeit (Beispiel DFV) oder zu höheren Leistungen in den Pflegestufen. Wo für jüngere die jetzige Pflege-Bahr schon attraktiv sein kann, denn diese werden auf Grund des Alters mit höheren Leistungen im Pflegefall belohnt, sollten gerade Ältere abwarten. Für Ältere gilt nur die Standardversorgung von 600 Euro in der Pflegestufe drei, das ist sicher keine ausreichende Absicherung.