Wenn Unternehmer Auskunft geben sollen, welche Risiken sie als Bedrohung für ihre eigene Firma sehen, sind sich viele einig. Fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) sagen, eine schwere Krankheit oder ein Unfall seien existenzbedrohend für das Unternehmen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov unter 506 Unternehmern im Auftrag der Generali Versicherungen.

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Dabei werden Krankheit und Unfall unabhängig von der Höhe des Verdienstes als größte Bedrohung wahrgenommen. Sowohl Unternehmer mit geringem Haushalts-Nettoeinkommen (bis zu 2.500 Euro, 69 Prozent) als auch mit mit einem höheren Einkommen (über 2.500 Euro, 78 Prozent) schätzen diese beiden Risiken als größte Gefahr für den Fortbestand des Unternehmens ein. Insbesondere Selbstständige aus den neuen Bundesländern (78 Prozent) fürchten ein Aus aufgrund eines derartigen Ereignisses.

Dr. Monika Sebold-Bender, Vorstand für Komposit und Schaden bei der Generali, deutet an, dass die bestehende Vorsorgelücke Chancen für die Branche bietet. „Ein Unternehmer verfügt nicht über den gesetzlichen Schutz, den ein Arbeitnehmer genießt. Wenn in Folge eines Unfalls bzw. einer Krankheit seine Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wird, kann dies seine berufliche Existenz schnell bedrohen. Umso wichtiger ist es für ihn, seine Arbeitskraft abzusichern“, erläutert Sebold-Bender. „Für eine Absicherung der Arbeitskraft bieten sich Unfallversicherungen mit zugehöriger Unfallrente oder auch Berufsunfähigkeitsversicherungen an.“ Das Problem: Gerade bei älteren Unternehmern führen Vorerkrankungen häufig dazu, dass sie keinen BU-Schutz mehr erhalten.

Auch Steuererhöhungen und Bürokratisierung werden als Bedrohung wahrgenommen

Doch nicht nur die Sorge, aufgrund eines Gesundheitsschadens das Unternehmen aufgeben zu müssen, treibt die Selbstständigen um. Jeweils rund ein Drittel der Unternehmer in Deutschland fürchten zudem Steuererhöhungen (36 Prozent) sowie eine zunehmende Bürokratisierung (30 Prozent). Dabei lassen sich auffällige Unterschiede zwischen Selbstständigen aus Ost- und Westdeutschland beobachten. Sorge um Steuererhöhungen haben in den alten Bundesländern 34 Prozent der Selbstständigen, in den neuen Bundesländern 38 Prozent. Verstärkte Bürokratisierung fürchten in Westdeutschland 31 Prozent der Unternehmer, in Ostdeutschland 29 Prozent.

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Auch den drohenden Fachkräftemangel und eine mögliche Schädigung anderer Personen nehmen Unternehmer als Bedrohung wahr. Jeder Fünfte fürchtet Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden (18 Prozent) sowie einen Unfall mit Schadensersatzforderungen Dritter (17 Prozent).