Das Thema Gesetzliche Krankenkassen wird für den Versicherungsvertrieb immer bedeutsamer. Immer mehr Versicherungsprofis nehmen die Gesetzlichen Kassen in ihr Portfolio auf und unterstützen ihre Kunden dabei, bei der richtigen Krankenkasse versichert zu sein.

Anzeige

Dabei sind die Unterschiede entgegen landläufiger Meinung erheblich. Zusammen mit dem Online-Dienst www.gesetzlicheKrankenkassen.de hat der Versicherungsbote eine mehrteilige Serie gestartet, in denen wir die Gesetzlichen Krankenkassen und ihre Leistungsunterschiede sowie die Chance als Türöffner im Vertrieb intensiv beleuchten. Heute wollen wir uns mit den Unterschieden bei den Mehrleistungen der GKV beschäftigen.

Heute: Teil 2 Mehrleistungen der GKV

Ein Großteil der Leistungen (ca. 96 Prozent) der Gesetzlichen Krankenkassen ist durch den Gesetzgeber bzw. den „Gemeinsamen Bundesausschuss“ festgelegt und damit bei allen Kassen gleich. Lediglich bei den verbleibenden etwa vier Prozent können sich die Kassen unterscheiden. Diese Unterschiede herauszufinden ist für die Versicherten nicht einfach. Die Kassen müssen nur einen Teil solcher Leistungen in ihrer Satzung festschreiben und auch diese kann geändert werden. Insbesondere bei Leistungskürzungen bekommt der Versicherte dies häufig gar nicht mit.

Grundsätzlich ist es daher gut zu wissen, in welchen Bereichen die Kassen überhaupt Mehrleistungen bieten. Dies beginnt bei den von den Kassen angebotenen Wahltarifen. Diese können z.B. bei bestimmten Erkrankungen eine verbesserte Versorgung (durch bessere Vernetzung der Leistungserbringer, wie Ärzte, Therapeuten etc.) bieten oder finanzielle Vorteile bringen. Zu beachten ist aber, dass bei den Wahltarifen häufig ein finanzielles Risiko, etwa in Form eines vom Versicherten zu tragenden Selbstbehaltes besteht, oder für einen verbesserten Schutz, z.B. Übernahme der Kosten für spezielle Arzneimittel oder Verlängerung der Krankengeldzahlung für Selbständige häufig eine zusätzliche Prämie gezahlt werden muss. Der Versicherte ist durch den Wahltarif auch für bestimmte Zeit an die Kasse gebunden. Als sehr attraktiv haben sich die Wahltarife zur „Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit“ gezeigt, die inzwischen doch einige Gesetzliche Krankenkassen anbieten.

Wettbewerb bei Bonusprogrammen, alternativer Medizin und Präventionskursen

Im Rahmen sog. Bonusprogramme, in die sich der Versicherte einschreiben muss, erhält der Versicherte z.B. bei Durchführung bestimmter Vorsorgeuntersuchungen oder Nutzung bestimmter Leistungserbringer einen „Bonus“. Dies ist zumeist ein bestimmter Geldbetrag, kann aber auch eine Sachprämie oder die Übernahme bestimmter Leistungen sein. Allerdings muss der Versicherte manche der Maßnahmen (z.B. professionelle Zahnreinigung) aus eigener Tasche zahlen, was den Bonus wieder etwas relativiert.

Anzeige

Sehr gefragt bei den Versicherten ist die Übernahme der Kosten für Naturheilverfahren bzw. Alternative Medizin. Manche Kassen leisten hier grundsätzlich gar nicht, andere bieten ein breites Spektrum. Nicht leisten dürfen die gesetzlichen Kassen aber z.B. für Heilpraktikerleistungen.