"Unsere Daten zeigen die Einkommensunterschiede in dieser Berufsgruppe, unter anderem nach Berufserfahrung", sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck. "Das Monatseinkommen von Versicherungskaufleuten mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 2.451 Euro, bei 10 bis 14 Jahren Berufserfahrung steigt es auf rund 3.283 Euro und bei über 20 Jahren Berufserfahrung klettert es auf rund 4.232 Euro." (Siehe auch die komplette Analyse).

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Erfasst wurden vor allem Versicherungskaufleute, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen. Selbstständige und andere Berufsgruppen wurden nicht berücksichtigt. In der Beschreibung der Tätigkeit heißt es hierzu: "Versicherungskaufleute beraten und betreuen gewerbliche und private Kunden im Innen- und Außendienst. Sie arbeiten Versicherungsverträge aus und verwalten sie, bearbeiten Schadens- und Leistungsfälle und führen allgemeine kaufmännische Tätigkeiten wie Rechnungswesen und Controlling durch. Hauptsächlich arbeiten sie in Versicherungsunternehmen, in Kreditinstituten oder auch in Wirtschafts-unternehmen, wie z.B. im Bereich der Risiko- und Schadensbewertung. Die Ausbildung zu einem Versicherungskaufmann oder einer Versicherungskauffrau dauert in der Regel 3 Jahre."

Die Auswertung kommt u. a. zu folgenden Ergebnissen:

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  • Betriebsgröße: In Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen der Versicherungskaufleute 2.878 Euro. In Betrieben mittlerer Größe klettert es im Durchschnitt auf 3.465 Euro und in Betrieben mit über 500 Beschäftigten ist der Durchschnittsverdienst mit 3.739 Euro am höchsten.

  • West – Ost: Während in Westdeutschland eine Versicherungskauffrau oder ein Versicherungskaufmann durchschnittlich 3.471 Euro erhält, bekommt sie/er in Ostdeutschland 3.083 Euro. In den neuen Bundesländern verdienen damit Versicherungskaufleute rund 11 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.

  • Tarifbindung: Versicherungskaufleute profitieren von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 3.669 Euro rund 20 Prozent über dem Gehalt ihrer Kollegen und Kolleginnen in nicht tarifgebundenen Betrieben.

  • Überstunden: Rund 57 Prozent der Versicherungskaufleute arbeitet im Allgemeinen mehr als vertraglich vereinbart. Circa 60 Prozent davon bekommen dafür eine entsprechende Bezahlung oder Freizeitausgleich, knapp 40 Prozent erhalten keine Überstundenvergütung.

Das Projekt "LohnSpiegel" erhebt und analysiert die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Deutschland. Es ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator-Netzwerks, an dem Projekte aus mehr als 60 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind. Die LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite "www.lohnspiegel.de" freiwillig und anonym beteiligen können. Sie sind nicht repräsentativ, liefern aber für viele Berufe verlässliche Orientierungsdaten. Zurzeit bietet der LohnSpiegel einen Gehalts-Check für rund 300 Berufe.