Als die staatlich geförderte Riester-Rente im Zuge der Rentenreform von 2001 eingeführt wurde, überschlugen sich die privaten Anbieter und verantwortlichen Politiker mit Glücksversprechen. „Der Staat schenkt Ihnen Geld“ - dies war einer der Slogans, mit welchem die private Säule der Altersvorsoge beworben wurde. Noch immer wimmelt das Internet von frohen Werbebotschaften – bei kaum einen anderen Produkt ist es so schwierig, unabhängige Informationen zu erhalten.

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Selbst die renommierte Stiftung Warentest kam zu einer unvermutet wohlwollenden Einschätzung. Sie versprach in einer Broschüre von 2007 stolze neun Prozent Verzinsung im Jahr, wenn man als 32jähriger einen Riester-Vertrag bei den besten Anbietern abschließt und monatlich 100 Euro einzahlt. Ihr Fazit: „Da behaupte mal einer, riestern lohnt sich nicht!“ Dass ein Sparer sogar mit risikoreicheren Anlagen kaum neun Prozent Zinsen erzielen kann, dass ein derart hoher Zuwachs über Jahrzehnte hinweg umso unwahrscheinlicher ist – es hätte den Verbraucherschützern zu denken geben können.
Das Urteil von Klaus Jaeger, Professor für Wirtschaftstheorie an der Freien Universität Berlin, sah da weniger erfreulich aus. Er konstatierte, dass viele Kunden nicht von Riester profitieren können, denn im Todesfall bekommen Hinterbliebene oft nichts vom Angesparten ausgezahlt – Wer früh stirbt und keinen Hinterbliebenenschutz vereinbart hat, der verschenkt möglicherweise Geld und hat die falsche Altersvorsorge gewählt.

Riesterförderung – das große Fragezeichen hinter den Verträgen

Die Riester-Rente erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, ungefähr 14,6 Millionen Verträge wurden bisher abgeschlossen. Doch zugleich merken immer mehr Kunden, dass das Produkt nicht das hält, was die Werbung verspricht. Zuletzt bestimmten falsch berechnete Verträge der Ergo-Versicherung die Schlagzeilen, denn der Versicherer hatte seinen Kunden höhere Provisionskosten berechnet, als in den Anträgen ausgewiesen waren. Kein Wunder, sind doch die Sparer mit den Verträgen überfordert - wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg berichtete, können nicht einmal die professionellen Betreuer der Versicherungsgesellschaften über alle Riester-Bestimmungen Auskunft geben.

Dass es sich bei der Undurchsichtigkeit der Riester-Verträge zum Teil um Vorsatz handelt, darf vermutet werden. Je intransparenter die Vertragswerke sind und je mehr „Versicherungssprech“ in ihnen steckt, desto einfacher lassen sich hohe Provisions- und Verwaltungskosten hinter abstrakten Formeln verstecken. So erklärte Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass es selbst mit einem abgeschlossenen Studium der Mathematik schwierig sei, die wahren Kosten eines Vertrages zu ermitteln. Wie soll dann erst der Kunde heraus finden, welche Fallstricke sich hinter den Paragraphen verbergen?

Wer sich informiert, fährt besser!

Der Versicherungsbote vertritt die Auffassung, dass nur jene Sparer einen Riester-Vertrag abschließen sollten, die sich zuvor intensiv mit der Materie auseinandergesetzt haben. Dazu gehört es auch, Vor- als Nachteile abzuwägen, sich mit der eigenen Zukunftsplanung auseinanderzusetzen sowie Alternativen zum Riester-Sparen in Betracht zu ziehen. Immer gilt es, hierbei im Hinterkopf zu behalten, dass ein Riester-Vertrag für eine lange Lebensspanne abgeschlossen wird – über Jahrzehnte hinweg sind hohe Beiträge zu entrichten. Deshalb stellen wir einen Fragebogen ins Netz, der wichtige Fragen und Regelungen zu Riester thematisiert.

Dass ein Informationsbedarf besteht, bezeugen 1,4 Millionen Policen, die seit 2008 wieder gekündigt worden sind - weitere 1,8 Millionen Kunden haben ihre Verträge ruhend gestellt, zahlen also keinen Beitrag mehr. Man kann getrost davon ausgehen, dass ein Großteil dieser Kunden nicht zufrieden mit ihren Verträgen war.

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Fragen der Haftung klären

Auch Versicherungsmakler können unseren Fragebogen nutzen. Er ist als Angebot gedacht, mit riesterwilligen Kunden ins Gespräch zu kommen und wichtige Fragen gemeinsam zu erörtern. Um die Kontaktaufnahme mit Kunden zu erleichtern, kann das Dokument abgestempelt und unterschrieben werden. Das leistet zusätzlich einen Beitrag zur Dokumentation der Beratung, denn es erleichtert Ihnen den Nachweis, über alle „Risiken und Nebenwirkungen“ des Riesterns aufgeklärt zu haben. Vielleicht findet sich für den Versicherungsnehmer letztlich doch ein passender Vertrag.