Sie sparen sich das Sparen? - Das Unerfreuliche zuerst

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Das Unerfreuliche zuerst: Sparen hat bei der „Generation Mitte“ einen schweren Stand - und somit auch die Absicherung fürs Alter sowie die Vorsorge. 75 Prozent der befragten 1.048 Frauen und Männer im Alter zwischen 30 und 59 Jahren stimmten zum Beispiel der Aussage zu: „Ich finde es sehr vernünftig, Geld zurückzulegen, aber mit Maßen. Ich habe keine Lust, mich dafür allzu sehr einzuschränken.“ Der Eindruck entsteht: Zwar weiß die „Generation Mitte“ um die Wichtigkeit des „Geld-Zurücklegens“, Konsequenzen aus diesem Wissen für das eigene Verhalten will sie aber nicht ziehen.

Schlimmer: Bei der Frage, „was im Leben wichtig ist“, entschieden sich zwar zunächst 82 Prozent für „finanzielle Unabhängigkeit“. Die Antwort schaffte es in der Tabelle sogar an dritte Stelle des Abstimmungsergebnisses gleich nach der „Gesundheit“ und der „glücklichen, stabilen Partnerschaft“. Auch legten zwar 74 Prozent der Befragten Wert darauf, „finanziell abgesichert“ zu sein. Die „Sparsamkeit“ bzw. „sparsam leben“ aber landete in der Tabelle der wichtigen Lebensdinge auf dem letzten Platz: Nur 14 Prozent finden Sparsamkeit im Leben wichtig.

Kein Wunder, dass 66 Prozent der Befragten auch der Aussage zustimmten, ihre Eltern hätten sparsamer gelebt. Dabei müsste es doch gerade für die „Generation Mitte“ aus eigener Wahrnehmung einfacher sein, in die eigene Absicherung zu investieren. Dass sie es bessere „finanzielle Möglichkeiten“ hätten als ihre Eltern, meinten immerhin 57 Prozent (verneint wurde diese Aussage nur von 21 Prozent)!

Allensbach

Mehrere Ergebnisse der Befragung deuten darauf hin: „Finanzielle Unabhängigkeit“ nimmt deswegen einen hohen Rang bei wichtigen Lebensdingen ein, weil im „Hier und Heute“ kein Verzicht geübt werden soll. 60 Prozent der Befragten stimmten z.B. der Aussage zu, es sei im Leben wichtig, sich „öfters mal etwas zu leisten“. Dorothea Siems pointiert: „Der Konsum rangiert damit für die Generation der Mitte fast gleichauf wie das Lebensziel, Kinder zu haben.“ Bestätigt sich hier das Bild einer Generation im Konsumrausch?

Sparen scheint schwerer geworden: das Problem finanzieller Planungssicherheit

Hier lohnt ein zweiter Blick. Zwar schätzen die Befragten die eigene finanzielle Situation gegenüber der Elterngeneration gut ein. Dennoch muss verwundern, wenn just diese erfolgreiche Generation zugleich meint, die Eltern hätten besser Geld beiseite legen können. Ein Widerspruch im Abstimmungsergebnis fällt zudem besonders auf: Bei die Frage „Was trägt bei Ihnen dazu bei, dass Sie sich sicher fühlen?“, antworteten 77 Prozent der Befragten mit „Geld haben, Ersparnisse haben“. Diese Antwort führt sogar die Tabelle an, noch vor den wichtigsten sozialen Bindungen („Familie“ sowie „Partnerin oder Partner“).

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Woran es der "Generation Mitte" aber scheinbar mangelt, ist Planungssicherheit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden gefragt: „Was meinen Sie, wie lange kann man seine finanzielle Zukunft im Voraus planen, wie viele Jahre ungefähr?“ Häufigste Antwort mit 37 Prozent: „Weniger als 5 Jahre“. Addiert man nun noch die 23 Prozent derjenigen dazu, die „5 bis 10 Jahre angaben“, dann gehen 60 Prozent der Befragten von einer finanziellen Planungssicherheit von höchstens zehn Jahren aus: eine beachtlich kurze Zeit!