Die gesetzliche Rente bleibt für die meisten Erwerbstätigen die wichtigste Säule der Altersvorsorge. Mit 78 Prozent rechnen die meisten damit, später Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erhalten. Auf Platz zwei folgt die betriebliche Altersversorgung (bAV), aus der 39 Prozent Einkünfte erwarten. Knapp dahinter liegen private Rentenversicherungen mit 36 Prozent. Ein Drittel der Befragten plant zudem mit Erträgen aus Kapitalanlagen. Das geht aus dem aktuellen Allianz Vorsorge Index hervor.

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Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Menschen ihre Altersvorsorge auf mehrere Bausteine verteilen. Im Durchschnitt verfügen die Befragten über 2,1 Vorsorgebausteine für den Ruhestand. Die gesetzliche Rentenversicherung ist dabei bereits eingerechnet.

Trotz der verschiedenen Vorsorgeformen zeigt die Studie eine deutliche Versorgungslücke. 19 Prozent der Befragten gehen davon aus, im Alter ausschließlich von der gesetzlichen Rente leben zu müssen. Bei den 55- bis 64-Jährigen steigt dieser Anteil sogar auf 21 Prozent. Überdurchschnittlich häufig trifft dies auf Frauen sowie Teilzeitbeschäftigte zu. Während 59 Prozent der Betroffenen Frauen sind, geben 26 Prozent der Teilzeitbeschäftigten an, lediglich mit der gesetzlichen Rente zu rechnen. Welche finanziellen Folgen dies haben kann, verdeutlichen die Durchschnittsrenten der Deutschen Rentenversicherung: Frauen erhielten im Jahr 2025 durchschnittlich 985 Euro gesetzliche Rente pro Monat, Männer 1.486 Euro.

„Fast jeder fünfte Deutsche verlässt sich allein auf die gesetzliche Rente. Auch vor diesem Hintergrund müssen wir verstärkt über finanzielle Vorsorge sprechen. Wenn die Rentenreform dazu einen Impuls gibt, umso besser“, sagt Ruedi Kubat, CEO der Allianz Leben.

Ein Drittel der Befragten plant, im Ruhestand auch Einkünfte aus Kapitalanlagen zu beziehen. Besonders verbreitet ist diese Erwartung in der Generation Z. Dort rechnen 38 Prozent mit entsprechenden Erträgen. Bei den Babyboomern fällt dieser Anteil mit 31 Prozent geringer aus. Sie setzen stattdessen häufiger auf eine Kombination aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und privater Altersvorsorge.

Mit Blick auf den Boom von ETFs und Aktien mahnt Allianz-Leben-Chef Kubat zu einer differenzierten Betrachtung. „ETFs und auch Aktien sind durchaus Bausteine für den mittel- und langfristigen Vermögensaufbau – Altersvorsorge ist aber mehr. Sie muss über Jahrzehnte hinweg verlässlich funktionieren und vor allem ein stabiles, zuverlässiges Einkommen im Ruhestand ermöglichen“, sagt Kubat.