Cappuccino-Rente: die Kombi macht’s
Die gesetzliche Rente kann den Lebensstandard im Alter künftig kaum noch allein sichern. Warum die sogenannte „Cappuccino-Rente“ eine gute Lösung ist, erklärt Dr. Frederick Krummet, Chief Distribution Officer der Canada Life.

Hand aufs Herz: Wenn irgendwo das Wort „Rente“ fällt, sinkt die Laune im Raum meist sofort um ein paar Grad. Zu kompliziert, zu weit weg, zu frustrierend. „Die Rente ist sicher!“ sagte Norbert Blüm 1986, also vor nur 40 Jahren. Trotz den Bemühungen der letzten Regierungen, und einigen einschneidenden Reformen in den frühen 2000ern, ist die Rente mittlerweile alles andere als sicher. Von „Renten-Knall“ ist in manchen Medien sogar die Rede. Die Lage dürfte mittlerweile jedem bekannt sein: alternde Gesellschaft, weniger Einzahler in die Rentenkasse und sinkendes Rentenniveau. Es ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Denn wer einen kühlen Kopf behält und smart kombiniert, kann entspannt(er) in die Zukunft schauen.
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Bei „Rente“ denk an Cappuccino
Bundeskanzler Merz hat mit seiner Aussage, dass die gesetzliche Rente nur noch als Basisabsicherung dienen könne, die Debatte noch einmal angeheizt. Für viele Versicherungsprofis ist es keine Überraschung, aber die eindeutige Ansage aus der Politik sorgt dennoch für Unsicherheit und ein Spannungsfeld zwischen wachsender Unsicherheit und fehlender konkreter Planung. Das Altersvorsorgedepot ist ein guter Schritt in die richtige Richtung und bietet einen guten Start für viele Personen. Es sollte aber nicht der einzige Schritt sein.
Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf ein Modell, das deutlich entspannter wirkt als unser ewiges Hin und Her: die „Cappuccino-Rente“, wie man sie aus den Niederlanden kennt.
Stell dir deine Altersvorsorge wie einen Cappuccino vor:
- die gesetzliche Rente ist wie ein guter Single Espresso. Eine solide Grundlage, aber für ein entspanntes Leben im Alter oft zu wenig, wenn du nicht stark deinen Lebensstandard senken möchtest.
- Hier wird es spannend. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für viele der unterschätzte Mittelteil des Cappuccinos.
- obendrauf der Milchschaum: die private Vorsorge. Dieser Bereich ist flexibel, individuell und ermöglicht echte Gestaltungsfreiheit.
Erst zusammen wird daraus ein runder Mix. Nur Espresso ist zu stark und oft zu wenig. Nur Milchschaum ohne Basis bringt dir auch nichts. Die Kunst liegt im Verhältnis. Hier kann man auch gut die Risiken verteilen. Auf der einen Seite die umlagefinanzierte gesetzliche Rente, auf der anderen Seite kapitalgedeckte Vorsorge. Jede Säule hat unterschiedliche Vorzüge und Risiken. Entscheidend ist die Kombi!
„Die Milch“ oder betriebliche Altersvorsorge
Über deinen Arbeitgeber kannst du Teile deines Bruttogehalts in eine zusätzliche Rentenversorgung umwandeln. Das bringt einige Vorteile mit sich, wie Steuer- und Sozialabgabenersparnis in der Einzahlphase oder Arbeitgeberzuschüsse. Schön ist auch, dass man „im Hintergrund“ spart, ohne ständig aktiv daran denken zu müssen.
Es gibt auch ein paar Dinge zu beachten, vor allem bei einem Arbeitgeberwechsel. Hier muss geklärt werden, wie die Anwartschaften mitwandern. Dennoch gilt: Wer ein gutes bAV-Angebot mit Zuschuss ignoriert, lässt oft buchstäblich Geld auf dem Tisch liegen.
Die Wahrheit ist: Jedes System hat Stärken und Schwächen. Die Kunst einer modernen Altersvorsorge besteht darin, diese so zu kombinieren, dass die Schwächen sich gegenseitig ausgleichen. Es geht nicht darum, dir das „eine perfekte Produkt“ zu verkaufen. Wer so argumentiert, verfolgt meist eigene Interessen. Es geht darum, deine Altersvorsorge als System zu verstehen. Die beste Altersvorsorge ist nicht „staatlich vs. privat“, sondern staatlich und betrieblich und privat. Die richtige Mischung aus diesen drei Schichten gibt dir Stabilität, nutzt steuerliche und fördertechnische Vorteile, eröffnet dir Renditechancen und reduziert deine Abhängigkeit von einem einzelnen System.
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