Die germanBroker.net AG (gBnet) und die Charta Börse für Versicherungen AG wollen fusionieren. Damit gehen die beiden Maklerverbünde den nächsten Schritt ihrer bereits 2024 angekündigten strategischen Allianz. Damals hatte beispielsweise gBnet in einem Pilotprojekt die vollständige Vertragsverwaltung und weitestgehend die Schadenabwicklung des exklusiven Charta-Spezialkonzepts in der Sparte Wohngebäude mit dem Risikoträger die Bayerische übernommen.

Anzeige

Ziel des Zusammenschlusses ist es nun, die Position unabhängiger Versicherungsmakler zu stärken und die digitale Wettbewerbsfähigkeit auszubauen. Beide Unternehmen verweisen auf ihre ähnliche Struktur und gemeinsame Ausrichtung. Sowohl gBnet als auch Charta setzen auf eine maklereigene Governance und verstehen sich als unabhängige Partner ihrer angeschlossenen Maklerbetriebe. „Unsere gemeinsame Botschaft ist eindeutig: Wir wollen die maklereigene Perspektive weiter festigen und ausbauen“, erklärt Ulrich Neumann, Vorstand der Charta Börse für Versicherungen AG. „Es ist unser Anspruch, dauerhaft eine echte Alternative zu bieten, damit Makler auch in Zukunft ihre Unabhängigkeit bewahren können“. Denn in den vergangenen Jahren hatten Private-Equity-Investoren den Maklerpoolmarkt aufgemischt und kräftig eingekauft. Während HG Capital unter anderem bei Fonds Finanz und DEMV zugeschlagen hat, kaufte sich Warburg Pincus bei Blau Direkt und Netfonds ein.

Als wesentlichen Grund für die geplante Verschmelzung nennen die Unternehmen den zunehmenden technologischen Wettbewerb in der Branche. Die Anforderungen an digitale Plattformen, Prozesse und Services würden stetig steigen. „Wir befinden uns in einem intensiven Technologiewettbewerb. Die damit verbundenen Herausforderungen lassen sich langfristig nicht mehr im Alleingang bewältigen“, sagt Hartmut Goebel, Vorstand der germanBroker.net AG.

Durch die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen wolle man das Dienstleistungsangebot gezielt ausbauen und gleichzeitig die digitale Unabhängigkeit der angeschlossenen Makler sichern. Dabei soll trotz größerer Organisation die persönliche Betreuung erhalten bleiben. „Gleichzeitig bleibt das Persönliche ein wesentlicher Bestandteil des gemeinsamen Selbstverständnisses, mit direkten Ansprechpartnern und hoher Erreichbarkeit für unsere Partnermakler“, betont Goebel.

Nach Angaben der Unternehmen bleiben sowohl die bestehenden Standorte als auch die Arbeitsplätze erhalten. Gleichzeitig solle der Zusammenschluss neue Entwicklungsmöglichkeiten schaffen und die Zukunftsfähigkeit der Organisation stärken.

Über die Fusion sollen die Hauptversammlungen beider Unternehmen Ende Juni entscheiden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Maklereigentümer soll die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2026 erfolgen.