Allianz startet mit Rekordquartal; Rückgänge bei Lebens- und Krankenversicherung
Die Allianz ist mit einem operativen Rekordergebnis ins Jahr 2026 gestartet. Besonders die Schaden- und Unfallversicherung sowie das Asset Management sorgten für Rückenwind. Dagegen sank das Geschäftsvolumen leicht. Auch das Segment Lebens- und Krankenversicherung schwächelt.

Die Allianz hat im ersten Quartal 2026 ein operatives Rekordergebnis erzielt. Der Versicherer erwirtschaftete ein operatives Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro und übertraf damit den Vorjahreswert um 6,6 Prozent. Gleichzeitig stieg der bereinigte Quartalsüberschuss der Anteilseigner kräftig um 48,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.
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Das gesamte Geschäftsvolumen lag bei 53,0 Milliarden Euro und damit 1,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das lag vor allem an verminderten Einnahmen im Bereich Leben und Kranken. Hier stand beim Umsatz ein Minus von 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das interne Wachstum belief sich auf 3,5 Prozent. Treiber waren insbesondere die Schaden- und Unfallversicherung sowie das Asset Management.
„Die Allianz hat im ersten Quartal 2026 ein operatives Rekordergebnis erzielt – ein Beweis für unser starkes Fundament und die Wirksamkeit unserer kundenzentrierten Strategie“, sagte Vorstandschef Oliver Bäte.
Der bereinigte Quartalsüberschuss der Anteilseigner sprang von 2,6 Milliarden Euro auf 3,8 Milliarden Euro nach oben. Maßgeblich dafür war unter anderem der Verkauf der Anteile an den indischen Joint Ventures. Bereinigt um diesen Effekt und entsprechende Gegenmaßnahmen lag das Gewinnplus immer noch bei starken sieben Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 50,7 Prozent auf 9,96 Euro. Gleichzeitig erreichte die annualisierte bereinigte Eigenkapitalrendite starke 24,2 Prozent. Auch die Kapitalausstattung konnte weiter verbessert werden. Die Solvency-II-Quote stieg von 218 Prozent auf 221 Prozent.
„Wir haben an die Dynamik eines hervorragenden Jahres 2025 angeknüpft und profitables Wachstum sowie ein operatives Rekordergebnis von 4,5 Milliarden Euro erzielt“, sagte Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre.
Schaden- und Unfallversicherung liefert Rekordergebnis
Besonders stark entwickelte sich erneut die Schaden- und Unfallversicherung. Das Geschäftsvolumen wuchs um 6,8 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg das operative Ergebnis um 11,1 Prozent auf 2,411 Milliarden Euro.Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 91,8 Prozent auf 91,0 Prozent. Sowohl die Schadenquote als auch die Kostenquote entwickelten sich positiv. Das Privatkundengeschäft erzielte ein internes Wachstum von acht Prozent. Im Gewerbekundengeschäft lag das Wachstum bei sechs Prozent.
Die Lebens- und Krankenversicherung zeigte sich trotz volatiler Märkte robust. Der Barwert der Neugeschäftsbeiträge (PVNBP) lag bei 23,7 Milliarden Euro nach 26,1 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Die Neugeschäftsmarge blieb mit 5,3 Prozent auf solidem Niveau. Der Neugeschäftswert erreichte 1,26 Milliarden Euro. Das Geschäftsvolumen verminderte sich um 9,6 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel mit 1,354 Milliarden Euro 5,1 Prozent ebenfalls niedriger aus als im Vorjahr.
Allianz-Zahlen in der Übersicht
- Operatives Ergebnis steigt um 6,6 % auf 4,5 Mrd. Euro
- Bereinigter Quartalsüberschuss wächst um 48,4 % auf 3,8 Mrd. Euro
- Geschäftsvolumen liegt bei 53,0 Mrd. Euro
- Solvency-II-Quote verbessert sich auf 221 %
- Schaden-Kosten-Quote sinkt auf 91,0 %
- Asset Management erzielt 45,2 Mrd. Euro Nettomittelzuflüsse
- Verwaltetes Vermögen steigt auf 2,043 Billionen Euro
- Aktienrückkaufprogramm über 2,5 Mrd. Euro läuft weiter
Auch das Asset Management entwickelte sich stark. Die operativen Erträge stiegen um 12,7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 5,8 Prozent auf 857 Millionen Euro zu. Besonders bemerkenswert waren die Nettomittelzuflüsse. Diese erreichten mit 45,2 Milliarden Euro einen Rekordwert für ein erstes Quartal. Das für Dritte verwaltete Vermögen überschritt erstmals die Marke von 2,0 Billionen Euro und lag Ende März bei 2,043 Billionen Euro.
Die Allianz hält zudem an ihrem angekündigten Aktienrückkaufprogramm fest. Insgesamt sollen eigene Aktien im Wert von bis zu 2,5 Milliarden Euro zurückgekauft werden. Im ersten Quartal 2026 wurden bereits Aktien im Volumen von 0,3 Milliarden Euro erworben.
Die Allianz sieht sich nach dem starken Jahresauftakt auf Kurs, das Ziel für 2026 zu erreichen. Der Konzern strebt weiterhin ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro plus/minus einer Milliarde Euro an.
